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Die gelben Blüten der Becherpflanze könnten bald die grünen Mais-Felder ablösen: Forscher und Bauern testen die Pflanze als Alternative. Den Bienen gefällt’s.

Dem Mais blüht ein Konkurrent

Bayreuth - Immer mehr Biogasanlagen entstehen in Bayern. Vergärt wird darin in den meisten Fällen Mais – zum Leidwesen der Umweltschützer. Doch die Suche nach anderen Pflanzen zur Energiegewinnung hat längst begonnen.

Forscher und Landwirte suchen in Oberfranken gemeinsam nach einer Alternative zum vielfach kritisierten Maisanbau. Ein möglicherweise ökologisch verträglicheres Gewächs für die Verwendung in Biogasanlagen ist die Becherpflanze – sie wird nun in den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Bayreuth erstmals großflächig angebaut. „Entscheidend ist nun die Ertragsmessung zur Ernte“, sagte Pedro Gerstberger vom Lehrstuhl für Pflanzenökologie der Universität Bayreuth. „Wir erwarten mindestens so gute Erträge wie bei Mais, aber dies gilt es nun zu beweisen.“

Mit Unterstützung der Oberfrankenstiftung und der Bioenergieregion Bayreuth erforscht er den Anbau der starkwüchsigen Stauden und auch ihre Eignung für die Vergärung zur Stromerzeugung. Ein Schwerpunkt liegt zudem auf der Frage, wie sich Bienen bei der Becherpflanze verhalten. Denn anders als der Mais bietet die Becherpflanze reichlich Nektar und Pollen. Dafür ist nahe der Versuchsfläche eigens ein Testbienenstock aufgebaut worden, wie eine Sprecherin des Bezirks Oberfranken als Träger der Lehranstalten sagte.

Die Vorteile der Becherpflanze gegenüber Mais liegen laut Gerstberger klar auf der Hand: Der Anbau ist ökologisch unbedenklich, und der Landwirt muss weit weniger Aufwand betreiben. Die Pflanze bleibt bis zu 15 Jahre auf dem Feld, nach der Ernte im Herbst – durch den Häcksler – wächst sie im Frühjahr auf eine Höhe von bis zu zweieinhalb Meter wieder nach. Deshalb sei auch die Gefahr der Bodenerosion gebannt, betonte Gerstberger. Die Abtragung des Bodens sei schließlich für eine zunehmende Verschlammung der Flüsse und Bäche verantwortlich.

Nur am Anfang nach dem Pflanzen müsse Unkraut bekämpft werden – dann nicht mehr. Damit ist der Einsatz von Chemikalien auf dem Feld weit geringer als beim Mais. Beim Anbau will Gerstberger auch die mechanische Unkrautbeseitigung wie Hacken und Striegeln testen, so dass womöglich keine Pflanzenschutzmittel mehr notwendig sind. Dann müsse der Landwirt nur noch einmal jährlich im Frühjahr düngen, andere Arbeitsschritte wie das Pflügen fielen weg. So spare er in hohem Maße Diesel und Arbeitszeit ein, sagte der Wissenschaftler. Zudem werde die Humusschicht auf dem Acker nicht angegriffen. Und: „Becherpflanzen werden nicht von Wildschweinen gefressen. Derzeit steigt die Wildschweinpopulation in Deutschland immer noch an, weil der Maisanbau immer noch zunimmt.“

Vor allem Naturschützer stören sich zunehmend an den riesigen Maisanbauflächen im Freistaat und sehen darin eine Gefahr für die Artenvielfalt und das Ökosystem.

Von Kathrin Zeilmann

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