"Man lebt jetzt irgendwie in Angst"

Augsburg - "Das ist doch schrecklich. Dieses grausame Verbrechen ist plötzlich so nah." In Augsburg herrscht nach dem Polizistenmord immer noch große Fassungslosigkeit. Auch Kinder verstehen die Tat nicht.

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Das Mord-Rätsel

Terrier Jacky ist nicht mehr zu halten. Er springt keuchend den Steg entlang, sechs, sieben Sätze und hebt ab – in den Kuhsee hinein und schnaubt voller Freude. Es ist ein wunderbarerer Herbstsonntag am Augsburger Kuhsee. Doch keine 300 Meter entfernt hat Freitagnacht das Polizeidrama begonnen. So gut wie jeder der Spaziergänger, Jogger und Kanuten, die hier am Eiskanal trainieren, weiß dies natürlich.

Augsburg trauert um ermordeten Polizisten

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Auch die Familie Groccia. Die Eltern sind zu Besuch aus Ravensburg angereist und gehen eine Runde. Sie kommen zufällig an die Stelle, an der Polizist Mathias V. (41) erschossen wurde. „Das war hier?“, fragt Vater Francesco (50). Die anderen aus der Familie sind plötzlich leise, nur Sekunden vorher haben sich doch noch angeregt unterhalten. Spontan wird vor den Blumen eine Schweigeminute abgehalten. Danach wendet sich Francesco zu seiner Frau. „Ich habe gelesen, dass der Polizist auch zwei Söhne hinterlässt. Das ist doch schrecklich. Dieses grausame Verbrechen ist plötzlich so nah …“ Sie gehen weiter Richtung Wehr, auf dem Manfred Rinninger (50) auf die Kiesbank hinunterschaut. Zwei Kinder werfen Steine in den Lech. „Ich wohne ja in der Nähe.“ Fast täglich ist er deswegen im Siebentischwald. „Doch heute habe ich schon ein komisches Gefühl dabei, hier spazieren zu gehen wie immer.“

Einige Kilometer weiter steht Ernst Volk mit seinen beiden Enkeln vor dem Polizeipräsidium Auch dort haben Trauernde Blumen abgelegt und einige Kerzen entfacht. „Man lebt jetzt irgendwie in Angst“, sagt der Vertriebsleiter. „Das ist so fürchterlich, was passiert ist. Sogar meine Enkel fragen: ,Opa, warum ist der Mann erschossen worden?’“

tz

Polizistenmord in Augsburg

Polizistenmord in Augsburg

Rubriklistenbild: © dapd

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