Grabungsleiter Michael Seiler zeigt die Reste der Manchinger Keltenmauer
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Archäologen legen die keltische Mauer frei

Archäologen lüften Jahrtausende altes Geheimnis

Manching: So groß war die Hauptstadt der Kelten in Bayern

  • Johannes Welte
    vonJohannes Welte
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Es ist so etwas wie das bayerische Troja. Südlich von Ingolstadt befand sich in der Antike die größte Stadt nördlich der Alpen. Die mächtigen Mauern waren über 7 Kilometer lang. Wie groß diese Keltenmetropole wirklich war, war aber bislang ein Rätsel - das jetzt gelöst wurde.

Ihren Namen haben die letzten Kelten, die hier wohnten, mit ins Grab genommen. Doch auf dem Gebiet der Gemeinde Manching bei Ingolstadt befand sich in der Antike die größte Stadt nördlich der Alpen. Bis zu 10 000 Menschen lebten hier vom 3. Jahrhundert v. Chr. bis etwa 30 v. Chr. an einem mittlerweile verlandeten Seitenarm der Donau.

So sah die keltische Stadtmauer aus

Seit 1831 wird die Keltenmetropole erforscht, die mächtigen Süd- und Ostwälle konnten so wie das Zentrum bereits ergraben und rekonstruiert werden. Wie weit sich die Siedlung im Westen ausdehnte, war aber unbekannt – bis jetzt der geplante Bau einer Hochwasserschutzmauer die Archäologen dort auf den Plan rief. Sie förderten eine sechs Meter hohe und drei Meter breite typische Keltenmauer zu Tage, die aus einen Holzfachwerk bestand, das man auf ein steinernes Fundament setzte und mit Lockergestein auffüllte – genau so, wie Julius Cäsar vor 2000 Jahren den „Murus Gallicus“ – die gallische Mauer in Frankreich beschrieb, wo auch Kelten lebten. Durch die Eroberung Galliens hatte Cäsar offenbar auch die Handelsströme der Manchinger Keltenstadt zerstört, die danach verödete. Im Manchinger Kelten-Römer-Museum soll ein Teil der Mauer wieder aufgebaut werden, berichtet der BR.

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