Melanie und Helmut H. gaben ihr Leben, um anderes zu retten.

Mangfall-Drama: Jetzt ist auch Retterin Melanie tot

Unterheufeld - Es ist unfassbar, dass Helmut H. sterben musste, nach jenen schrecklichen Minuten im reißenden Mangfall-Wehr. Doch so inständig hatte noch jeder gehofft: Hoffentlich überlebt seine Frau.

Melanie H. hat es nicht geschafft. Am Mittwoch erlag auch die 33-Jährige ihren schweren Verletzungen. Helmut und Melanie sind die selbstlosen Retter von der Mangfall. Sie starben, weil sie am Montagabend zwei Buben retten wollten, die in dem Fluss nahe Bad Aibling in Not gekommen waren. „Sie gaben ihr Leben, um anderes zu retten“: Diesen Satz haben ihre Angehörigen in ihre Todesanzeige geschrieben.

Erst am Sonntag hatten sich Brigitte und Willi R., die Eltern von Melanie, von ihrer Tochter und ihrem Mann Helmut verabschiedet. Das Paar war nach einem schönen Urlaub zu Besuch gekommen, um den Hund „Lucky“ zu holen, der bei Melanies Eltern gewesen war. Am Mittwoch sahen die Eltern ihre Tochter wieder – im Krankenhaus besuchten sie ihr bewusstloses Kind.

Das Drama an der Mangfall

Rettungsdrama an der Mangfall

Die Chronik des Dramas: Am Montag war das Paar wieder daheim in Bad Aibling gewesen, die beiden gingen mit Lucky an der Mangfall Gassi. Es war genau der Moment, in dem der zwölfjährige Sebastian und sein Spezl (13) gegen 17.30 Uhr am tückischen Wehr in Bedrängnis gerieten. Dies beobachtete ein Ehepaar aus Bad Aibling (54 und 60) und sprang ins Wasser, um zu helfen. Melanie und Helmut bemerkten: Da sind Menschen im Gefahr, sprangen ebenfalls ins Wasser, ebenso zwei 41- und 57-jährige Bad Aiblinger. Die Buben konnten ans Ufer gebracht werden. Doch Melanie und Helmut wurden abgetrieben. Den Ersthelfern gelang es, die bewusstlose Frau zu bergen. Helmut H. aber wurde weiter abgetrieben. Ein Jogger (49) sah ihn und wollte ihn retten – vergeblich. Helmut H. trieb weiter ab, konnte erst von Wasserwacht und Feuerwehr geborgen werden.

Die Gemeinde hat entlang der Mangfall Warnschilder wie dieses aufstellen lassen.

Das Paar wurde noch reanimiert. Beide wurden schwerverletzt in Krankenhäuser eingeliefert. Helmut starb am Dienstag, am Mittwoch seine Frau. Die beiden waren ein sehr fröhliches Paar, beide hatten eine kaufmännische Ausbildung. Helmut H. war seit vielen Jahren Wachtmeister bei der Staatsanwaltschaft München II. Am Dienstag hatte er frei. Da ahnten die Kollegen noch nichts von seinem Tod. Als er aber am Mittwoch nicht zum Dienst erschien, wurde es ihnen mulmig. Sie hatten in der Zeitung von dem Unglück gelesen. Die Fakten – ein 40 Jahre alter Mann, Bad Aibling, Mangfall – ließen sie das Schlimmste befürchten. Schließlich bestätigte sich: Der Retter von der Mangfall ist Helmut H.

Seitdem herrscht Sprachlosigkeit im Amt. „Die ganze Behörde ist sehr betroffen“, sagt Rüdiger Hödl, Leiter der Staatsanwaltschaft München II, „das ist ein starker Verlust für uns.“ Helmut H. sei „angesehen und beliebt“ gewesen. Auch in der Behörde war er als stets hilfsbereiter Mann geschätzt. „Er hat die eigenen Interessen immer hinten angestellt.“

Obwohl am Mittwoch Warnschilder an der Todesstelle in der Mangfall aufgestellt wurden, vergnügten sich dort schon wieder Menschen.

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