MAN-Mitarbeiter stehlen Fahrzeugteile für eine halbe Million Euro

München - Sechs Mitarbeiter des MAN-Konzerns stehen seit Freitag wegen gewerbsmäßigen Diebstahls vor dem Landgericht München I.

Die Männer im Alter von 28 bis 50 Jahren sollen von 2006 an bis zu ihrer Festnahme Anfang 2008 Fertigungsmodule, Fahrtenschreiber und andere Teile im Gesamtwert von 515 133 Euro entwendet und überwiegend nach Bosnien verkauft haben. Die größeren Fahrzeugteile wurden der Staatsanwaltschaft zufolge im Rucksack, die kleinen im Hosenbund vom Firmengelände in München geschmuggelt.

Drahtzieher war der Anklage zufolge ein 31-jähriger Montagehelfer. Er soll in den Jahren zuvor das Diebstahlsgeschäft zunächst allein betrieben haben. Später habe er Kollegen angeheuert und bei ihnen bestimmte Fahrzeugteile in Auftrag gegeben. Der Hauptangeklagte geriet bei dem Verkauf von Türsteuermodulen in Wien an einen Vertrauensmann der Polizei und machte nach seiner Festnahme sofort reinen Tisch. Sein “überschießendes Geständnis“, so sein Anwalt, habe den Ermittlungsbehörden bei der Ergreifung der Komplizen geholfen.

Am Rande der Sitzung warf die Verteidigung dem Unternehmen “Sorglosigkeit“ bei den Kontrollen vor. Die Firma war vor einigen Jahren schon einmal von Mitarbeitern ausgeplündert worden, damals mit einem Schaden von über 600 000 Euro. “Man hat offenbar nichts dazu gelernt“, sagte einer der Anwälte. Die damaligen Täter sind im Jahr 2002 zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Gegen die Angeklagten in dem neuen Prozess wird voraussichtlich an vier Tagen verhandelt.

dpa/lby

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