24-Jähriger muss ins Gefängnis

Mann mit Bierkrug zusammengeschlagen

Bamberg  - Ein 24-Jähriger, der einen Mann mit einem Bierkrug zusammengeschlagen haben soll, ist wegen versuchten Totschlags zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Der alkoholkranke Mann muss außerdem in eine Entziehungsanstalt. Nach Überzeugung des Gerichts schlug er dem Ex-Partner seiner damaligen Freundin aus Eifersucht einen Bierkrug mit voller Wucht auf dem Kopf.

Bei der Tat auf dem Weinfest in Zeil am Main im vergangenen August hatte das 21 Jahre alte Opfer schwere Kopfverletzungen erlitten und musste notoperiert werden. Der Angeklagte stellte sich erst drei Tage später der Polizei. Vor Gericht gab er den Angriff zu, äußerte sich aber nicht zu seinem Motiv. Das Gericht war deshalb auf die Aussage von Zeugen angewiesen.

Die damalige Freundin des Angeklagten schilderte, wie sie ihrem Ex-Freund auf dem Weinfest nach längerer Zeit zufällig wieder über den Weg gelaufen sei. Es habe eine Umarmung stattgefunden, sagte sie. Danach habe ihr der 21-Jährige seinen rechten Vorderarm gezeigt - darauf sei noch immer ihr eintätowierter Vorname aus der Zeit der gemeinsamen Beziehung zu sehen gewesen.

Eifersucht als Motiv

Der Angeklagte beobachtete dies aus einiger Entfernung. Er habe das Mädchen als seine große Liebe angesehen und dann aus Eifersucht mit dem Bierkrug zugeschlagen, erklärte der Vorsitzende Richter Manfred Schmidt bei der Urteilsbegründung.

Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre und drei Monate Haft gefordert. Das Gericht sah bei dem 24-Jährigen aber eine verminderte Schuldfähigkeit - ein Gutachter hatte den Blutalkoholgehalt des Mannes zum Zeitpunkt des Angriffs mit etwa 4,0 Promille beziffert.

Der Angeklagte beschrieb sich als alkoholsüchtig. Sein Leben habe bis zur Tat aus Partymachen und Alkohol bestanden, gab er zu Protokoll. Sechs bis acht Flaschen Bier am Tag habe er gut und gerne konsumiert - neben Spirituosen. „Und am Wochenende habe ich bis zum Umfallen Alkohol getrunken“, sagte der Bamberger, der bis zu seiner Verhaftung eine Gastronomie-Ausbildung machte.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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