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Warten auf den Durchbruch: Elmar Grandy (li.) und sein Förderer Manfred Hübers.

Hoffnung der "Jochberg"-Gegner

Haben sie die Lösung für das Strom-Problem?

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München - Verkanntes Genie oder realitätsferner Traumtänzer? Gegner des Pumpspeicherkraftwerks am Jochberg setzen alle Hoffnung auf den Erfinder Elmar Grandy und sein neuartiges Stromspeicherkraftwerk.

Eine „Akupunktur-Vorrichtung“, ein „Lesegerät mit integrierter Kryptographieeinheit“ und eine „Zahnreinigungsvorrichtung mit Ultraschall“ – das sind nur einige der Erfindungen, für die Elmar Grandy, 58, aus Oberschleißheim ein Patent besitzt. Er selbst nennt sich „Techniker, Erfinder und Entwickler“. 52 Anmeldungen sind auf den Namen Grandy registriert, darunter auch Patent Nr. 10 2005 042 539 – eine Rotationsbrennkraftmaschine –, das Bestandteil eines neuen Speicherkraftwerks auf Grundlage der Elektrolyse wäre. Es könnte der Schlüssel zur Lösung eines Problems sein, das die Stromkonzerne und die Politik landauf, landab beschäftigt: das Problem der Stromspeicherung. Könnte deshalb, weil bisher niemand so recht weiß, ob der Plan funktionieren würde. Grandy sagt, er habe ein Verfahren entwickelt, mit dem die Hauptbestandteile eines Stromspeicherkraftwerks teilautomatisiert gefertigt werden könnten. Weil er kein Platin benötige, sei es außerdem kostengünstiger. Sein Nahziel ist der Bau einer Referenzanlage mit 100 Megawatt/Stunde Speicherkapazität. Etwa 300 Millionen Euro wären notwendig, schätzt er. Problem: Ein Investor fehlt.

Grandys Kraftwerk-Traum ist die große Hoffnung, die die Gegner des Pumpspeicher-Kraftwerks am Jochberg hegen. Grandys engster Mitstreiter ist der Rentner Manfred Hübers aus Bad Tölz, der Grandy einst in der Unternehmerloge, einem Verband für Kleinunternehmer, traf. Hübers’ Mission ist die Verhinderung des Pumpspeichers. Man könne doch nicht die Berge verbauen, sagt der aus Westfalen eingewanderte Tölzer. Aber: „Wir wollen nicht nur gegen etwas sein, sondern Alternativen aufzeigen.“

Gehör gefunden hat er bisher kaum. Die Energieallianz Bayern, ein Zusammenschluss regionaler Stadtwerke, die das Pumpspeicherkraftwerk plant, lehnt es sogar ab, Grandy überhaupt zu empfangen. „Wir haben im Moment kein Interesse“, sagt Geschäftsführer Joachim Martini unserer Zeitung. Die Energieallianz sei nicht „in Forschung und Entwicklung tätig“, vielmehr wolle man „verfügbare Technik“ einsetzen. Ein Elektrolyse-Großkraftwerk zähle nicht dazu. Allerdings ist die Energieallianz auch beim Pumpspeicherkraftwerk nicht so recht vorangekommen: Das Projekt liegt auf Eis, der lange angekündigte Antrag auf ein Raumordnungsverfahren wird erst einmal nicht eingereicht, wie Martini bestätigt. Zu unsicher sind die wirtschaftlichen Erfolgsaussichten. Aber das Grandy-Projekt – nein, das soll’s nun auch wiederum nicht sein. Obwohl sich der örtliche CSU-Landtagsabgeordnete Martin Bachhuber für Grandy einsetzte, kam kein Termin zustande. „Herr Martini hat mir nicht einmal geantwortet“, sagt Bachhuber, der selbst nicht so recht weiß, was er von Grandy halten soll. „Die Projekte zur Stromspeicherung sind halt nicht ausgegoren“, sagt er.

Beim bayerischen Wirtschaftsministerium wurde das Desinteresse sogar schriftlich bekundet. Pumpspeicherkraftwerke seien „bewährte Technologien“, bekam Hübers mitgeteilt. Das sogenannte Power-to-Gas-Verfahren mit Erzeugung von Wasserstoff und Wiederverstromung mit einer Brennstoffzelle werde hingegen nur in kleineren Pilotanlagen getestet. Ein „großtechnischer Einsatz“ sei „mittelfristig nicht zu erwarten“.

Staatliches Geld, heißt das, gibt es also nicht. Das Warten auf den Investor dauert an.

Dirk Walter

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