Er stach mehrmals auf seine Freundin ein

Mann gesteht Mord aus Eifersucht

Traunstein - Immer wieder bricht der Angeklagte vor Gericht in Tränen aus. Weil sie einen anderen hatte, soll der 47-Jährige in Traunstein seine Freundin erstochen haben. Er will sich nicht genau erinnern können.

Mit einem weitgehenden Geständnis hat vor dem Traunsteiner Landgericht der Mordprozess gegen einen 47 Jahre alten Mann begonnen. Seine Freundin habe ihn verlassen wollen - aber wie es dann zu den tödlichen Messerstichen gekommen sei, wisse er nicht mehr genau, sagte der Angeklagte am Dienstag. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord aus Eifersucht vor.

Nach einer vom Verteidiger Harald Baumgärtl verlesenen Erklärung war der aus der Türkei stammende Angeklagte als studierter Bautechniker 1989 nach Österreich gekommen und hatte sich im Zillertal in Tirol seinen Lebensunterhalt als Kellner und mit Bauarbeiten verdient. Seine bisherige Ehe mit zwei Kindern sei geschieden worden, als er eine Rumänin kennenlernte. Die neue Beziehung schilderte er als harmonisch, es habe Hochzeitspläne gegeben.

Doch dann verliebte sich die Freundin in einen anderen Mann, den sie zunächst als ihren Cousin ausgab. Bei einer Autofahrt in der Nacht zum 9. Juli 2012 habe sie ihm jedoch die neue Liebesbeziehung gestanden. Auf einem Waldweg in Traunstein sei es zum Streit gekommen. Er habe sie als Hure beschimpft, sie ihn einen Dummkopf genannt.

Dann habe sie ein Messer aus der Ablage der rechten Autotür genommen und sei auf ihn losgegangen, sagte der Angeklagte. Er habe ihr einen Fußtritt verpasst und das Messer entwendet. Er könne sich nur noch an ein oder zwei Stiche auf seine Lebensgefährtin erinnern, „dann ist vor meinen Augen alles dunkel geworden“, sagte der Mann bei seiner gut einstündigen Vernehmung und beteuerte unter Tränen, er habe die Frau geliebt und nicht töten wollen.

Nach mehreren Zeugenaussagen im Ermittlungsverfahren war der 47-Jährige jedoch gewalttätig gegenüber seiner Lebensgefährtin und auch schon gegenüber der geschiedenen Ehefrau. Der Vorsitzende Richter äußerte am ersten Verhandlungstag auch Zweifel, ob sich der Angeklagte tatsächlich nicht an das Tatgeschehen erinnern kann.

Zwei Schüler hatten die Leiche am nächsten Tag im Unterholz gefunden. Die 35-Jährige war auch gewürgt worden, wie die Obduktion ergab. Nach der Tat flüchtete der mutmaßliche Täter nach Italien. In Rom wurde der 47-Jährige drei Tage danach gefasst und wenig später ausgeliefert.

Im Prozess sollen noch mehrere Zeugen und drei Sachverständige gehört werden. Das Urteil wird Mitte März erwartet.

dpa

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