+
Ein 46-jähriger Mann stürmte schwer bewaffnet durch die Neuöttinger Innenstadt und bedrohte Passanten. Als er mit Schwert und Machete auf einen Polizisten losging, blieb den Beamten nichts anderes übrig, als ihn mit einem Beinschuss außer Gefecht zu setzen.

Bewaffneter nur durch Schüsse zu stoppen

Mann greift Polizisten mit Machete an

Neuötting - Ein 46-jähriger Mann stürmte schwer bewaffnet durch die Neuöttinger Innenstadt und bedrohte Passanten. Als er mit Schwert und Machete auf einen Polizisten losging, blieb den Beamten nichts anderes übrig, als ihn mit einem Beinschuss außer Gefecht zu setzen.

Der ganze Einsatz hat nicht länger gedauert als zehn Minuten. Aber es waren zehn Minuten, die noch lange nachwirkten. Von einigen Polizeibeamten war der 46-Jährige nicht einmal zwei Meter entfernt, als er sie mit erhobenem Schwert und Machete bedrohte – auch für sehr routinierte Polizisten war es kein alltäglicher Einsatz. „Die Situation war sehr kritisch“, sagt Jürgen Thalmeier, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. „Die Waffen waren sehr gefährlich.“

Die Polizisten forderten den sehr aggressiven Mann mehrmals auf, die Schwerter fallen zu lassen – vergeblich. Als er mit erhobenen Waffen auf einen Polizisten zustürmte, schoss ihn ein anderer Beamter in den Oberschenkel. Es sind mehrere Schüsse gefallen. Der Mann brach blutend auf dem Asphalt zusammen. Es war ein Durchschuss. Die Polizisten leisteten sofort Erste Hilfe und hielten den 46-Jährigen fest, bis der Notarzt eintraf.

Die Hintergründe für seinen Amoklauf durch Neuötting sind noch völlig unklar. Fest steht: Der Mann war alkoholisiert. Gegen 17 Uhr hatten am Dienstag Passanten die Polizei alarmiert, weil er mit einem Gewehr bewaffnet in der Bahnhofstraße unterwegs war, herumbrüllte und Passanten bedrohte. Wie die „Passauer Neue Presse“ berichtet, soll er „Kommt’s her, wenn ihr euch traut“ und „Dein Kopf gehört mir“ geschrien haben. Ein Wirt hatte daraufhin sofort seine Gäste ins Lokal geholt und die Türen verriegelt. Auch er alarmierte die Polizei.

Die Ersten am Einsatzort waren die Polizeibeamten aus Altötting, sie sperrten sofort das Gebiet großräumig ab. Verstärkung aus den Nachbarorten und ein Spezialeinsatzkommando waren angefordert. Doch als sie eintrafen, war der Mann bereits angeschossen. Sein Gewehr hatte er in einer Seitenstraße abgelegt, bevor er mit Schwert und Machete auf die Polizisten zugestürmt war.

Ob der Neuöttinger die Waffen legal besessen hat, ist noch unklar. Zu Dekorationszwecken wäre das mit Erlaubnis möglich gewesen. Um sie öffentlich bei sich zu tragen, wäre eine spezielle Genehmigung nötig. Es wird noch einige Tage dauern, das zu klären, sagt Thalmeier. Gestern hat die Polizei zunächst zahlreiche Augenzeugen vernommen. Der 46-Jährige wurde indessen im Krankenhaus versorgt und gestern Nachmittag von einem Facharzt für Psychiatrie begutachtet.

Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat Ermittlungen wegen des Verdachts auf versuchten Totschlag eingeleitet und einen Unterbringungsbefehl beantragt. Der Mann ist polizeilich bereits bekannt.

Von Katrin Woitsch

Meistgelesene Artikel

Motorradfahrer kracht in Kleinlaster und sorgt für Karambolage
Bei einem Zusammenstoß von drei Fahrzeugen wegen eines unübersichtlichen Überholversuchs gab es mehrere Verletze, einer davon schwer. 
Motorradfahrer kracht in Kleinlaster und sorgt für Karambolage
Beim Schwimmen in Tachinger See: Frau klagt plötzlich über Atemnot - und stirbt wenig später
Eine Frau aus der Region Traunstein ging mit einer Freundin schwimmen, plötzlich bekam sie keine Luft mehr. Die Freundin konnte sie noch ans Ufer retten und reanimieren. …
Beim Schwimmen in Tachinger See: Frau klagt plötzlich über Atemnot - und stirbt wenig später
Todes-Schuss in Nittenau auf Auto: Polizei hat Verdacht - und untersucht mehrere Jagdgewehre
Zwei Männer fahren mit dem Auto über die B16 aufs Land. Plötzlich platzt eine Scheibe. Der Beifahrer sackt in sich zusammen - und ist tot. Die Kripo nennt nun die …
Todes-Schuss in Nittenau auf Auto: Polizei hat Verdacht - und untersucht mehrere Jagdgewehre
Passau: Brand in Holzwerk richtet großen Schaden an
Ein Feuer in einem Holzwerk in Vilshofen (Kreis Passau) hat einen Schaden von mehr als 500.000 Euro angerichtet.
Passau: Brand in Holzwerk richtet großen Schaden an

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion