Prozessauftakt

Blut an den Händen und keine Erinnerung

Coburg - Er soll seine Frau in der Garage erstochen haben, doch erinnern kann er sich nicht. Ein Mann aus Oberfranken muss sich seit heute vor dem Landgericht Coburg verantworten.

Wegen Totschlags an seiner Lebensgefährtin muss sich seit Montag ein 39-Jähriger vor dem Landgericht Coburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann vor, seine 34 Jahre alte Freundin im März 2013 mit 35 Messerstichen getötet zu haben. Die Beziehung stand demnach vor dem Aus. Am Tattag war ein Gerichtstermin angesetzt. „Ich hatte Angst, dass ich meine Kinder verliere. Ich konnte nicht glauben, dass wir an diesen Punkt gekommen waren“, sagte der Angeklagte. Das Paar hat eine gemeinsame Tochter, zudem hatte die Frau einen Sohn mit in die Beziehung gebracht.

In der Garage seien sie erneut in Streit geraten. Er habe zwar irgendwann bemerkt, dass er Blut an den Händen habe, Einzelheiten wisse er aber nicht mehr.

Irgendwann sei er wieder zu sich gekommen und habe sich in sein Auto gesetzt, sagte der 39-Jährige. „Ich hatte keine Kraft mehr, mir taten die Hände weh.“ Der Angeklagte hatte sich nach der Tat widerstandslos von der Polizei festnehmen lassen.

Oberstaatsanwältin Ursula Haderlein bezweifelte, dass sich der Mann nicht mehr an Details erinnern kann. „Ich glaube ihm zwar, dass er es ausblenden will. Aber ich glaube ihm nicht, dass er sich nicht erinnern kann“, sagte sie. Das Gericht hat 26 Zeugen und drei Sachverständige geladen.

dpa

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