Mann zu Tode geprügelt: Lebenslange Haft gefordert

Kempten - Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines jungen Mannes hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch vor dem Landgericht Kempten lebenslange Haftstrafen wegen Mordes für die beiden Hauptangeklagten gefordert.

Die Cousins hätten “in einer Orgie der Gewalt“ auf ihr 26 Jahre altes Opfer eingeprügelt und danach billigend in Kauf genommen, dass es an seinen schweren Verletzungen stirbt. “Die Angeklagten handelten in Verdeckungsabsicht. Sie mussten ihn sterben lassen, um nicht ins Visier der Polizei zu geraten“, sagte Staatsanwalt Claus Ammann in seinem Plädoyer. Für die drei Mitangeklagten forderte er jeweils sieben Jahre Haft wegen Beihilfe zum Mord. Das Urteil wird an diesem Freitag (7. Oktober) erwartet.

Seit Mitte September müssen sich insgesamt vier Männer und die Ex-Verlobte des Opfers vor Gericht verantworten. Die Beschuldigten hatten sich im Dezember vergangenen Jahres in der Wohnung eines Mitangeklagten in Kaufbeuren getroffen und dort zusammen Wodka und Bier getrunken. Zwei der mutmaßlichen Täter, der Ex-Freund der Frau und dessen Cousin, sollen den 26-Jährigen nach einem Streit des Paares so brutal zusammengeschlagen haben, dass er Blut spuckte. Die Frau schritt nicht ein und wimmelte mit den anderen den zunächst alarmierten Notarzt aus Angst vor der Polizei ab. Ihr Verlobter starb wenig später an seinen schweren inneren Verletzungen. Erst dann riefen die Angeklagten erneut den Notarzt.

Zum Prozessauftakt hatten sich die Angeklagten bei ihren Aussagen in Widersprüche über die Tat verstrickt. Einer gab dabei zu, den 26-Jährigen getreten zu haben. Die Ex-Verlobte gab an, dass sie bei ihren polizeilichen Vernehmungen mehrfach gelogen habe. So habe sie einen der jungen Männer fälschlicherweise beschuldigt, sie beim Eintreffen der Sanitäter davon abgehalten zu haben, die Tür zu öffnen.

dpa

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