Prozessbeginn in Nürnberg

Stalker überwachte Ex-Frau mit Peilsender

Nürnberg - Peilsender, Privatdetektive und Bedrohungen: Ein Mann hat vor Gericht zugegeben, seiner Ex-Frau nachspioniert zu haben. Auch vor Gewalt schreckte er nicht zurück.

Ein Mann hat vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth zugegeben, seine Ex-Frau mit einem Peilsender überwacht und ausspioniert und außerdem bedroht zu haben. Beim Prozessbeginn am Freitag sagte der 44-jährige Angeklagte, er habe stets gehofft, die Beziehung noch zu retten. „Ich habe nicht loslassen können. Ich war besessen von der Sache.“ Laut Anklage war der Mann auch eifersüchtig auf einen angeblichen Nebenbuhler. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm außerdem vor, seine Frau vor der Trennung mehrfach geschlagen, gewürgt und im Wohnzimmer eingesperrt zu haben.

Den Peilsender habe der Angeklagte am Auto seiner Ex-Frau angebracht. Zusätzlich beauftragte er eine Privatdetektei, um die 37-Jährige zu observieren. Aus Angst vor ihrem gewalttätigen Mann war die Frau sogar einmal aus dem vierten Stock auf ein Vordach gesprungen, um sich aus der Wohnung zu retten.

Bereits im März 2011 hatte das Familiengericht dem mutmaßlichen Stalker deshalb verboten, die Mutter seiner beiden Kinder anzurufen und sich in der Nähe ihrer Wohnung aufzuhalten - was ihn jedoch nicht davon abhielt, seiner Ex-Frau weiter nachzustellen und fast täglich bei ihr und den Kindern anzurufen. Im Dezember 2011 verurteilte ihn das Amtsgericht zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Die Staatsanwaltschaft ging nach dem milden Urteil in Berufung.

Da Ermittler wenig später unter anderem eine Schreckschusspistole in seinem Auto fanden, wird der Prozess nun vor dem Landgericht neu aufgerollt.

Am Freitagnachmittag sagte schließlich auch das Opfer aus. Dabei rang die 37 Jahre alte Mutter zunächst um Fassung, ehe sie detailliert auf die Übergriffe ihres Ex-Mannes einging. Ob es noch am Abend zum Urteil kommen würde, blieb zunächst unklar.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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