Prozess beginnt

Mann lädt Frauen zu einer Medikamentenstudie ein - dann vergewaltigt er sie

Jahrelang gewann ein Mann aus Nürnberg mit einer grausamen Masche Frauen und deren Vertrauen für sich - anschließend machte er sie bewusstlos und verging sich an ihnen. 

Nürnberg - Erst soll er reihenweise Frauen gegen ihren Willen Beruhigungsmittel verabreicht haben, anschließend seine bewusstlosen Opfer vergewaltigt haben - seit Freitag muss sich deswegen ein früherer Rettungsassistent aus dem Landkreis Fürth vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Laut Anklage gaukelte er den Frauen vor, er brauche sie für eine Medikamentenstudie der Universität Erlangen. Manche Frauen ließen sich daher sogar mehrfach auf fragwürdige „Untersuchungen“ ein, berichteten die Ankläger.

Zum Prozessauftakt wirkte der 41-Jährige sichtlich eingeschüchtert. Während der Verlesung der Anklageschrift begann er immer wieder zu schluchzen; die Fragen des Gerichts zu seiner Person beantwortete er mit zittriger Stimme. Beim Betreten des Gerichtssaals verdeckte der seit Monaten in Untersuchungshaft sitzende Angeklagte sein Gesicht mit einem Aktenordner.

Angeklagter gestand die Tat ab und hofft auf milde Strafe

Nach Angaben der Verteidigung hofft er im Rahmen einer Absprache mit Staatsanwalt und Gericht auf eine milde Strafe - als Gegenleistung für ein Geständnis, das den zunächst auf sieben Tagen angesetzten Prozess verkürzen könnte. Da die Auffassungen über das Strafmaß zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft am Freitag allerdings noch weit auseinanderklafften, war zunächst unklar, ob es dazu kommt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann 24 Vergewaltigungen zwischen 2009 und 2016 vor. Bei seinen Opfern handelte es sich teils um Frauen aus seinem Bekanntenkreis; selbst seine Lebensgefährtin, von der der 41-Jährige ein Kind hat, zählt die Anklagebehörde zu den Opfern. Einige der Frauen lernte er bei Praktika in Klinken kennen, andere in seiner Freizeit. Manche sprach er auch bei seinen Einsätzen als Rettungsassistent an.

Er erschlich sich das Vertrauen seiner Opfer

Nach Erkenntnissen der Ermittler wendete der Angeklagte dabei immer die gleiche Masche an: Nachdem er ihr Vertrauen erschlichen hatte, wies er die Frauen auf eine Medikamentenstudie der Uni Erlangen hin, für die er Teilnehmer suche. Später verabredete er sich mit den Frauen in seiner Wohnung, in Hotels oder auch in den Wohnungen seiner Opfer. Selbst einen Rettungswagen nutzte er laut Anklage gelegentlich, um den Frauen Beruhigungsmittel zu verabreichen. Sobald sie willenlos waren, vergewaltigte er sie oder verging sich an ihnen in anderer Weise sexuell.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bildungsausgaben: Kein Bundesland kann Bayern folgen
Kein Bundesland gibt mehr Geld für die Bildung aus als Bayern. Knapp ein Siebtel der deutschen Bildungsausgaben stammt aus dem Freistaat.
Bildungsausgaben: Kein Bundesland kann Bayern folgen
Nach Gewaltexzess: Nürnberger Täter in Psychatrie eingewiesen
Nachdem er ohne erkennbaren Grund eine Rentnerin in Nürnberg lebensgefährlich verletzt hat, ist ein 23 Jahre alter Mann vorerst in einer psychiatrischen Klinik …
Nach Gewaltexzess: Nürnberger Täter in Psychatrie eingewiesen
Unwetter in Bayern: Kran stürzt auf Schulweg - Orkanböen von 151 km/h auf der Zugspitze
Es wird ungemütlich: Wetterexperten rechnen für die kommenden Tage mit stürmischem Winterwetter und gefährlicher Glätte. Der DWD warnt nun vor schwerem Gewitter mit …
Unwetter in Bayern: Kran stürzt auf Schulweg - Orkanböen von 151 km/h auf der Zugspitze
Abwärtstrend setzt sich fort: Immer mehr Milchbauern geben auf
Der Milchbauer wird in Bayern seltener. Der Abwärtstrend der vergangenen Jahre hat sich heuer fortgesetzt: Anfang November gab es noch 30 489 Bauernhöfe mit Milchkühen …
Abwärtstrend setzt sich fort: Immer mehr Milchbauern geben auf

Kommentare