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Beim Deal mit Marihuana verdiente ein Mann im Landkreis Memmingen tausende Euro. Doch er wusste sie nicht zu nutzen.

Mann verkaufte Drogen in Memmmingen

Marihuana-Dealer verspielt Gewinn im Kasino

Memmingen - Wegen Drogenhandels in Memmingen musste sich ein 64-Jähriger nun vor dem Landgericht verantworten. Ein eiskalter Dealer ist er aber wohl nicht, wie sich bei der Verhandlung zeigte.

Vor dem Landgericht Memmingen ist ein 64-jähriger Marihuana-Dealer zu mehr als fünf Jahren Haft verurteilt worden. Eigentlich sei er  kein "klassischer Drogendealer", sagte die Richterin laut der Augsburger Allgemeinen bei der Urteilsverkündung. Er habe in seinem Geständnis eine geradezu "kindlich-naive Einstellung" zu Drogen offenbart. 

Auch sein Hauptkunde, der gegen ihn als Zeuge auftrat, soll bei einem Deal zu ihm gesagt haben: "Du kannst nicht mal eine Rosenkohlblüte von Marihuana unterscheiden." Der 38-jährige ehemalige Kunde des Dealers war bereits im Januar zu einer Freiheitsstrafe von gleichem Umfang und außerdem einer Drogenentzugs-Therapie verurteilt worden.

Trotz aller Naivität liefen die Deals systematisch und geplant ab. Rund anderthalb Jahre lang ging der Oldenburger jeden Monat auf "Geschäftsreise" in den Landkreis Memmingen. Im Gepäck hatte er Marihuana für seinen 38-jährigen Großkunden.

Bei insgesamt 16 Lieferungen verkaufte der Dealer etwa 24 Kilogramm Marihuana im Wert von 130.000 Euro an seinen Kunden, der damit etliche Unterhändler belieferte. 

Erlös im Spielkasino verschleudert

Zu Wohlstand hat der Oldenburger es damit aber nicht gebracht: Der 64-Jährige hatte Schulden. Statt sie zu bezahlen, gab er das zu einem Verkaufspreis von 50 Cent pro Gramm Marihuana eingenommene Geld im Spielkasino aus.

Schließlich kam die Polizei dem Dealer bei länderübergreifenden Ermittlungen unter anderem durch überwachte Telefonate auf die Schliche.

Für das Strafmaß von fünf Jahren und vier Monaten war laut der Richterin die große Menge der illegal gehandelten Rauschgiftpflanzen ausschlaggebend.

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