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Söder liest Corona-Botschaften von Bürgern vor - und schockiert damit im Landtag

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Von: Katarina Amtmann

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Markus Söder sitzt mit verschränkten Händen vor dem Gesicht im bayerischen Landtag.
Markus Söder berichtete am Mittwoch von Hass-Botschaften, die ihn aufgrund seiner Corona-Politik erreichen. © Peter Kneffel/dpa

CSU-Chef Markus Söder gab im Landtag eine Regierungserklärung zum Coronavirus ab. Dabei berichtete er auch von Hass-Botschaften. Er zitierte aus einem schockierenden „Gedicht“.

München - Die Corona-Zahlen steigen auch in Bayern weiter. Markus Söder gab deshalb an diesem Mittwoch (21. Oktober) um kurz nach 13 Uhr eine Regierungserklärung im bayerischen Landtag ab. Es war die dritte innerhalb weniger Monate zum Coronavirus*, wie Landtagspräsidentin Ilse Aigner in ihren einleitenden Worten erklärte.

Coronavirus in Bayern: Söder kündigt Warnstufe „dunkelrot“ an - Maßnahme hat Folgen

Markus Söder erklärte in seiner Regierungserklärung, dass er für Bayern eine „dunkelrote“ Warnstufe einführen wolle - mit Folgen. Bei einer Inzidenz von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen* würden Veranstaltungen auf maximal 50 Teilnehmer begrenzt. Außerdem solle es dann auch eine Sperrstunde ab 21 Uhr geben. Betroffen von der Beschränkung der Teilnehmerzahl sind beispielsweise Kulturveranstaltungen wie etwa Theater und Kino, aber auch Vereinsversammlungen.

Corona in Bayern: Söder berichtet von Hass-Botschaften - „antisemitische und rassistische Gesinnung“

Einige Menschen äußern immer wieder ihre Unzufriedenheit mit den Corona*-Maßnahmen, fühlen sich in ihren Freiheiten eingeschränkt. „Wir müssen aufhören, zuzulassen, dass in Deutschland Fake News verbreitet werden. […] Wir spüren die Skepsis, ja. Aber wir spüren auch, mit welchem Hass und welcher Hetze da gearbeitet wird, übrigens mit zunehmend antisemitischer und rassistischer Gesinnung“, sagte Söder.

Manche schrecken auch nicht vor Drohungen gegen Markus Söder und Politiker aus dem bayerischen Landtag zurück. Der CSU-Chef berichtete von massiven Anfeindungen und Morddrohungen, die ihn regelmäßig erreichten. Dabei zitierte er - wie schon auf dem virtuellen CSU-Parteitag Ende September - aus an ihn und an andere Parlamentsmitglieder gerichteten Kommentaren. „Der perverseste Abschaum, der je existiert hat“, heißt es da beispielsweise.

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Hass-Botschaften wegen Söders Corona-Politik: Makaberes „Gedicht“ über Ausschwitz und Dachau

Söder zitierte auch aus einem „Gedicht“, das ihn erreicht habe: „Oh, wie ist das schön, Auschwitz und Dachau wiederzusehen. Zyklon B ist euer Freund. Alles in die Dusche rein. Als letztes ganz geschwind, hüpft in die Dusche rein, unser tapferes Söderlein.“

Doch der CSU-Chef findet klare Worte: „Das schreckt mich nicht ab.“ In seiner Entschlossenheit im Kampf gegen die Corona-Pandemie* wolle er sich nicht einschüchtern lassen. Er appellierte an den Landtag, sich ebenfalls nicht einschüchtern zu lassen. Für seine Offenheit erntete Söder Applaus von den anwesenden Politikern. (kam) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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