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Markus Söder blickt optimistisch ins Jahr 2014: Er hofft, dass es für Bayerns Schlösser mit Besucherrekorden weitergeht.

Bilanz und Ausblick

Halligalli in Bayerns Schlössern

München - 2014 wird so etwas wie ein Jahr der Burgen und Schlösser. Mehrere Jubiläen stehen an, auch eine Reihe von Ausstellungen und Aktionstagen wird es geben. Sonst soll es am besten so weitergehen wie 2013: mit Besucherrekorden.

Als man ihn zum ersten Mal mit „Majestät“ ansprach, soll er so überwältigt gewesen sein, dass er sich außerstande sah, den Eid auf die Verfassung zu schwören. Das war gestern vor 150 Jahren, der junge Wittelsbacher war gerade achtzehneinhalb Jahre alt. Einen Tag später, am 11. März 1864, riss er sich doch zusammen. In der Münchner Residenz wurde aus dem jungen Mann: Ludwig II.

Es war geradezu bedeutungsschwanger, dass Finanzminister Markus Söder (CSU) gestern in der Residenz Bilanz und Ausblick für Bayerns Burgen und Schlösser vorstellte. Die Botschaft lautete etwa so: Hoffnung darauf, mit „Majestät“ angesprochen zu werden, darf sich auch ein CSU-Kronprinz nicht machen. Aber die Zeichen der Monarchie blühen wie eh und je.

Schloss Neuschwanstein zum Beispiel war 2013 so beliebt wie nie. 1,52 Millionen Besucher kamen, im Vorjahr waren es noch 1,4 Millionen. Vor allem Chinesen und Russen wollten das Kini-Märchenschloss sehen. Viel mehr Besucher dürfen es nach Einschätzung von Bernd Schreiber, dem Präsidenten der Bayerischen Schlösserverwaltung, aber nicht sein. „Das ist schon das Maximum dessen, was das Schloss verträgt.“ Jeder Besucher trage Feuchtigkeit in die Räume – schlecht fürs Raumklima.

Insgesamt besuchten im vergangenen Jahr 4,86 Millionen Menschen Bayerns Burgen, Schlösser und andere historische Stätten. Das waren zwar rund 40 000 weniger als 2012 – für Markus Söder dennoch „ein konstant hohes Niveau“, zumal die Schlösserverwaltung 62 Millionen Euro einnahm, zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Kein Wunder, dass die Schlösser dem Finanzministerium besonders am Herzen liegen. 2014 stehen insgesamt 41 Millionen Euro für Sanierung, Umbau und Unterhalt der Bauten zur Verfügung. So beginnen etwa die Sanierungsarbeiten des Aschaffenburger Schlosses Johannisburg, das heuer vor 400 Jahren geweiht wurde. Auch an der Festung Marienberg in Würzburg wird gebaut – bis zur Fertigstellung 2026 sollen rund 100 Millionen Euro fließen. In die Neue Residenz in Bamberg steckt der Freistaat 21 Millionen Euro.

2014 setzt die Schlösserverwaltung vor allem auf große Jubiläen und Ausstellungen. Schloss Nymphenburg, das in diesem Jahr sein 350-jähriges Gründungsjubiläum feiert, wird bis September in Teilen herausgeputzt. Zum 150-jährigen Thronjubiläum des Kini wird es in Schloss Linderhof ein König-Ludwig-II-Fest geben, auch ein Ludwig-II-Symposium ist geplant. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem neuen Museum, das bis 2016 in der Münchner Residenz eingerichtet werden soll. Die Schlösserverwaltung plant, in den Räumen des ehemaligen ägyptischen Museums rund 40 Bronze-Skulpturen aus der Renaissance auszustellen. Unter ihnen ist etwa die Figur „Tellus Bavarica“ (um 1590), deren Attribute – Getreide, Wild, Wasser und Salz – den Reichtum Bayerns verkörpern. Auch die Bronze-Löwen vor der Residenz, denen täglich Tausende über die Schnauze streichen, sollen im neuen Museum zu sehen sein. Von ihnen werden derzeit Abgüsse gefertigt, die die Originale ersetzen.

Zusätzlich wird es auch in diesem Jahr sieben Schlössertage geben. Durch spezielle Führungen, freien Eintritt und längere Öffnungszeiten sollen laut Söder nicht nur Magneten wie Neuschwanstein und Linderhof auf sich aufmerksam machen. „So kommen auch Geheimtipps ins Rampenlicht.“

Marcus Mäckler

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