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Kelheims neuer Landrat: Martin Neumeyer (CSU).

Kelheims neuer Landrat

Neumeyer: „Das Thema Integration lässt mich auch jetzt nicht los“

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Kelheim – Beim dritten Anlauf hat es geklappt: Martin Neumeyer (CSU) ist der neue Landrat von Kelheim. Gefeiert hat der 61-Jährige sein Spitzenergebnis bereits – richtig realisiert noch nicht.

Wie haben Sie den Wahlsonntag verbracht?

In höchster Nervosität. Die letzten Stunden bis zum Ergebnis waren unerträglich. Ich habe mit einer Stichwahl gerechnet – bei sieben Kandidaten ist es ja wahrscheinlich, dass ein Wahlgang nicht reicht. Ich hatte für mich auf 40 bis 45 Prozent gehofft.

Bekommen haben Sie 51,3 Prozent – eine Sensation?

Ja. Wenn ich mir die Reaktionen meiner Freunde anschaue und die vielen hundert E-Mails lese, die ich bekommen habe, dann ist das für alle eine Sensation. Auch der Ministerpräsident hat mir das gesagt. Das Ergebnis ist wirklich Wahnsinn!

Haben Sie den Sieg schon richtig realisiert?

Gestern haben wir vor allem gefeiert – mit Leberkäs und Bier für alle. So richtig bewusst wird mir alles erst jetzt.

Es war Ihre dritte Kandidatur für das Amt – waren Sie routinierter oder nervöser?

Nervöser. Bei der ersten Wahl waren meine Chancen noch gering, bei der zweiten etwas größer. Aber einen fleißigen Landrat aus den Angeln zu heben ist nicht ganz einfach. Zur Demokratie gehört aber auch, dass sich eine große Partei mit einem Kandidaten präsentiert. Nachdem der amtierende Landrat nun aufhört, war die Chance einfach da.

Hat ihr Amt als Integrationsbeauftragter Ihnen Stimmen gebracht?

Ich werde mit dem Thema Integration immer in Verbindung gebracht. Ich habe Beschimpfungen dafür bekommen. Einige haben angekündigt, mich deswegen nicht zu wählen. Andere haben es vielleicht genau deswegen getan. Ich denke, beides hält sich die Waage. Das Thema Integration lässt mich natürlich auch jetzt nicht los.

Werden Sie das Amt denn behalten?

Heute treffe ich mich mit dem Ministerpräsidenten, dann wollen wir ganz ohne Stress besprechen, wie es weitergeht. Die Entscheidung wird erst im Laufe der Banzer Klausur fallen.

Aber Ihr Herz hängt an der Aufgabe?

Ja, das stimmt. Dieses Amt ist für mich eine Herzensangelegenheit. Und als Ehrenamt ist es ja parlamentsunabhängig.

Wäre es mit Ihrer Arbeit als Landrat vereinbar?

Ganz ehrlich, ich kann es noch nicht sagen. Ich kann noch nicht abschätzen, was als Landrat alles auf mich zukommt. Deshalb möchte ich mich erstmal beraten lassen.

Werden Sie die Arbeit im Landtag vermissen?

Ja, sehr. Vor allem die Kollegen. Über die Jahre sind enge Freundschaften entstanden, ich habe außergewöhnliche Menschen kennengelernt, bin sogar Trauzeuge von Kollegen geworden. Ein Teil meines Herzens gehört dem Landtag.

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