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Reinhard Marx

Marx hält Kruzifix-Urteil für falsches Signal

Freising - Der Vorsitzende der bayerischen Bischöfe und Münchner Erzbischof Reinhard Marx hält das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) gegen Kreuze in Klassenzimmern für ein falsches Signal.

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Kommentar: Es ist ein Einzelfall

Dennoch lehnt er kirchliche Proteste oder Demonstrationen für den Verbleib der Schulkreuze in Bayern ab. "In unserer Tradition ist das Christentum keine private, sondern eine öffentliche Angelegenheit, die die Gesellschaft prägt", sagte Marx am Donnerstag zum Ende der zweitägigen Beratungen der Freisinger Bischofskonferenz. "Der Staat braucht Menschen, die für ihre Werte offen einstehen."

Marx will das Urteil vor möglichen Konsequenzen erst gründlich studieren. "Man muss sehr genau hinsehen und nicht sofort plakative Schlüsse daraus ziehen." Er ließ aber erkennen, dass er nicht mit gravierenden Auswirkungen des Richterspruchs auf die Schulen in Bayern rechnet. "Ich habe nicht den Eindruck, dass jetzt der Sturm auf die Klassenzimmer beginnt und die Kreuze von den Wänden gerissen werden."

Bereits am Mittwoch hatten Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle und Europaministerin Emilia Müller (beide CSU) bekräftigt, dass die Kruzifixe in bayerischen Schulen hängen bleiben sollen. Der EGMR in Straßburg hatte am Dienstag geurteilt, ein christliches Kreuz im Klassenzimmer einer Staatsschule in Italien verletze die Religionsfreiheit der Schüler.

dpa

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