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Nach Abbau von Verkleidungen fanden die Polizisten die Waffen. Sie waren im Motorblock verbaut

Spektakulärer Fund

Maschinengewehre im Motorraum: Wohin sollten diese Waffen?

Bad Aibling – Fahnder rätseln über den Mann, der kurz vor den Anschlägen von Paris Waffen einschmuggeln wollte. Hatte der 51-Jährige geplant, mitzuwirken?

Die Polizei hat weitere Details zu einem Aufsehen erregenden Fund von acht Kalaschnikow-Gewehren im November vergangenen Jahres bekannt gegeben. 

Am 5. November, kurz vor den Pariser Terroranschlägen, waren Fahnder der Polizeiinspektion Rosenheim auf der Salzburger Autobahn A 8 auf einen 51-jährigen Mann aus Montenegro aufmerksam geworden. Warum, das will der Leiter der PI Fahndung, Herbert Baumann, nicht sagen., „Es gab mehrere Indizien, die die Polizei auf den Mann aufmerksam machten.“ Auf dem Parkplatz „Im Moos“ bei Bad Aibling (Kreis Rosenheim) kontrollierten sie ihn – und fanden in seinem weißen VW Golf die Waffen sowie drei Pistolen und Revolver, zwei Handgranaten und 200 Gramm Sprengstoff mit funktionsfähigem Zünder. Besonders alarmierte die Fahnder damals, dass der Mann in sein Navigationsgerät einen öffentlichen Parkplatz in Paris einprogrammiert hatte. Gut eine Woche später, am 13. November, verübten mindestens neun Attentäter die verheerenden Anschläge in Paris mit 130 Toten.

Beschuldigter nach wie vor in U-Haft

Der weiße Golf des 51 Jahre alten Montenegriner.

Hatte der 51-Jährige ebenfalls geplant, bei den Anschlägen mitzuwirken? Chef-Fahnder Herbert Baumann hält das nach wie vor nicht für ausgeschlossen: "Zusammenhänge mit unserem Aufgriff werden geprüft. Vielleicht konnten wir durch die Anhaltung dieses Waffentransportes Menschenleben retten.“ In den Tagen nach den Anschlägen war über solche Verbindungen viel spekuliert worden. Ministerpräsident Horst Seehofer sprach gar von einer „begründeten Annahme“, dass es hier Zusammenhänge geben.

Allerdings sind die Ermittler auch Monate nach den Anschlägen offenbar keinen Schritt weiter. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I, Judith Henkel, sagte gegenüber der „tz“: „Der Beschuldigte befindet sich nach wie vor in U-Haft. Wir haben aber momentan keine Hinweise auf eine Verbindung zu den Terror-Anschlägen von Paris.“

Trotzdem ist der Waffenfund natürlich Aufsehen erregend und wird in der Jahresbilanz der PI Fahndung von 2015 als „spektakulärster Erfolg“ verbucht.

Die anderen Fälle, die in der Bilanz aufgeführt werden, sind daneben fast schon Alltag: Neben den vielen Flüchtlingen, die die einreisten („in den Fernzügen aus Italien kamen im Stundentakt bis zu 100 Migranten“) verbuchten die Polizisten vor allem bei der Drogenkriminalität Verhaftungen. So wurde 2015 ein 27 Jahre alter Lette mit 20,8 Kilo Ecstasy erwischt – der Mann ist zwischenzeitlich zu fast sechs Jahren Haft verurteilt worden. Gleich 46 Kilo Haschisch wollte ein 25-jähriger Moldauer einschmuggeln – er wanderte fünf siebeneinhalb Jahre ins Gefängnis.  

mm

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