Seit 2002

Masern-Erkrankungen in Bayern so hoch wie nie

München - 787 Fälle von Masern gab es 2013 allein in Bayern -das ist der höchste Stand seit 2002. Das gab die Techniker Krankenkasse am Mittwoch bekannt.

Die Zahl der Masern-Erkrankungen hat in Bayern im vergangenen Jahr mit 787 Fällen den höchsten Stand seit 2002 erreicht. Wie die Techniker Krankenkasse (TK) am Mittwoch weiter mitteilte, wurden rund 90 Prozent der Fälle in Oberbayern erfasst, davon allein 306 im Stadtgebiet München. 2012 gab es in ganz Bayern lediglich 70 Masern-Fälle. Somit handelt es sich um einen Anstieg um mehr als das Zehnfache.

Der erneute Anstieg der Masern-Quote habe sich zwar bereits angekündigt, sei dennoch „relativ extrem“, sagte Kathrin Heydebreck, Referentin der TK. Zur Frage einer Impfpflicht sagte Heydebreck, dies sei nicht die Lösung des Problems. Entscheidend sei eine umfassende Aufklärung, vor allem der Eltern. Sogenannte „Masern-Partys“, bei denen Kinder absichtlich einer Ansteckung ausgesetzt werden, seien hingegen lebensgefährlich und unverantwortlich.

Masern sind eine hochansteckende fieberhafte Viruserkrankung, in deren Folge bakterielle Lungen- oder Mittelohrentzündungen, Durchfallerkrankungen aber auch Infektionen von Luftröhre oder Kehlkopf ausgelöst werden können. Ein wirksamer Schutz könne nur durch eine Impfung garantiert werden, sagte Sabine Wagner-Rauh, Gesundheitsexpertin der TK in Bayern.

Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt die erste Standardimpfung mit einem MMR-Impfstoff (Masern-Mumps-Röteln) bei Kleinkindern im Alter von 11 bis 14 Monaten. Bis zum Ende des zweiten Lebensjahres sollte auch die zweite MMR-Impfung erfolgt sein. Versäumte Impfungen sollten so rasch wie möglich nachgeholt werden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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