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Muss erneut vor Gericht: Khaled el Masri.

Berufungsprozess in Kempten

El Masri muss wieder vor Gericht

Kempten - Nur einen Monat nach seinem Freispruch vom Vorwurf der Körperverletzung muss sich der Deutsch-Libanese Khaled el Masri erneut vor Gericht verantworten.

Am 18. November beginnt der Berufungsprozess gegen den 50-Jährigen, teilte das Landgericht Kempten am Dienstag mit. El Masri soll im Juli im Gefängnis einen Vollzugsbeamten beleidigt und geschlagen sowie drei Menschen mit dem Tod bedroht haben. Das Amtsgericht Kempten hatte ihn vom Vorwurf der Körperverletzung freigesprochen, aber wegen Beleidigung und Bedrohung zu 1500 Euro Geldstrafe verurteilt.

Bis Anfang Oktober hatte El Masri in Kempten eine Haftstrafe wegen Körperverletzung abgesessen, danach wurde er bis zum Prozess vor dem Amtsgericht in Untersuchungshaft genommen. Die Staatsanwaltschaft legte gegen den Freispruch Berufung und gegen die Aufhebung des Haftbefehls Beschwerde ein. Sie hatte 15 Monate Haft gefordert und El Masri als gefährlich eingestuft. Selbst dessen Verteidiger hatte sich für eine fünfmonatige Haftstrafe ausgesprochen. Wegen Fluchtgefahr wurde der 50-Jährige nach wenigen Tagen in Freiheit erneut in Untersuchungshaft genommen.

El Masri war bekanntgeworden, weil er 2004 vom US-Geheimdienst wegen Terrorverdachts nach Afghanistan verschleppt und dort gefoltert worden war. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er mehrfach straffällig. So hatte er in einem Neu-Ulmer Großmarkt Feuer gelegt und 2009 den Oberbürgermeister der schwäbischen Stadt in dessen Dienstzimmer angegriffen und erheblich verletzt. Im Kemptener Gefängnis hatte er bereits einmal einen Justizmitarbeiter so heftig geschlagen, dass der Mann fünf Wochen lang dienstunfähig war.

dpa

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