Frau scheitert in zweiter Instanz

Masseur belästigt Patientin: Reha-Zentrum muss nicht zahlen

München - Ein Passauer Rehazentrum muss eine Patientin nicht entschädigen, die von einem Masseur sexuell belästigt worden war. Das Oberlandesgericht München wies die Forderung der Frau zurück.

Die Frau hatte auf 10.000 Euro Schmerzensgeld geklagt. Das Oberlandesgericht München wies am Donnerstag die Forderung der Frau nun auch in zweiter Instanz zurück. Der Masseur habe bei der Behandlung im Mai 2013 die Gelegenheit zu dem Übergriff genutzt; dies sei aber nicht dem Rehabilitationszentrum anzulasten, erklärte der Senat.

Der Masseur hatte die sexuelle Nötigung gegenüber der Klinikleitung und dem Mann der Patientin gestanden. Er zahlte damals 5000 Euro an die Frau. „Das war für unser Stillschweigen, für nichts anderes“, betonte der Ehemann als Zeuge. Ein Haftungsverzicht gegenüber dem Reha-Zentrum sei damit nicht verbunden.

Neun Monate auf Bewährung für den Masseur

Die Eheleute verzichteten damals auf eine Strafanzeige. Erst das Landgericht Passau übergab im Rechtsstreit um das Schmerzensgeld den Fall dem Staatsanwalt. Der fast blinde Masseur wurde wegen sexueller Nötigung zu neun Monaten Bewährungsstrafe verurteilt.

Der Übergriff habe gravierende Auswirkungen auf seine Frau und auf die Ehe gehabt, sagte der Zeuge. Ein zuvor „erfülltes Sexualleben“ sei seither „auf Null gestellt“. Seine Frau habe sich einer psychotherapeutischen und einer neurologischen Behandlung unterzogen und schlucke Psychopharmaka. Sie verlasse ohne ihn das Haus nicht, öffne niemandem die Tür und verkrieche sich im Schlafzimmer, wenn es klingelt.

dpa

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