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Die grünen Weißwürste (l.) und ihr Erfinder Werner Gropp (r.).

Interview mit dem Erfinder

Darf man das? Wirbel um grüne Weißwürste

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München - Sie muss vor zwölf gegessen werden und Ketchup dazu ist ein Frevel. Die Weißwurst ist ein bayerisches Nationalheiligtum - an das sich ein Altöttinger gewagt hat. Er hat eine grüne Weißwurst erfunden.

Da traut sich einer was - und attackiert kurzerhand ein bayerisches Nationalheiligtum. Die Weißwurst ist in die Jahre gekommen, sagt Werner Gropp. Deswegen hat der Altöttinger (Unterholzhausen) einfach mal eine Art Urenkel geschaffen. "Und der heißt mit Vornamen Matcha", sagt der 55-Jährige. Matcha - das ist ein Grünteepulver aus Japan. Richtig angesagt ist es gerade, weil es voller Vitamine und Antioxidantien ist. Mit diesem Pulver hat Gropp seine Weißwürste versetzt. Mit Hilfe seines fachkundigen Freundes, Markus Hinterberger, der Metzger ist. Denn Gropp ist eigentlich Manager von Beruf. Und Simsalabim: Die Würste sind nicht mehr weiß, wie es ihr Name eigentlich schon sagt, sondern grün. 

Werner Gropp zusammen mit seinem Metzger Markus Hinterberger (zum Vergrößern klicken Sie bitte hier).

"Das darf nicht sein", schreien Traditionalisten. "Ist die grüne Weißwurst nicht gewöhnungsbedürftig?", kommentiert etwa ein Facebook-User auf der Seite der grünen Wurst. Andere sind vor allem eins: Ziemlich begeistert von der ausgefallenen Idee. Auch in der Medienwelt hat Gropp einen Hype mit seiner Erfindung ausgelöst - sogar aus Japan und den USA bekommt er Anfragen zu der Wurst. 

Hallo Herr Gropp - und haben Sie nach der ganzen Aufregung überhaupt noch Lust auf Weißwürste?

Gropp: Klar, besonders auf meine. Ich bin aber noch nicht grün, um das klarzustellen. Wie ein Marsmensch schau ich noch nicht aus.

Denken Sie sich bei den hitzigen Diskussionen um die grüne Weißwurst nicht manchmal 'Die spinnen doch, die Bayern'?

Gropp: Es gibt schon Leute, die gesagt haben, wir sollten aus Bayern ausgewiesen werden. Witzigerweise sind gerade diese zwei Personen gar nicht von hier - sondern aus Hannover und Hamburg.

Was denken Sie sich da als Einheimischer?

Gropp: Ich bin ein gebürtiger Garmischer. Von daher: 'Was soll das?' Mich erheitert es ein bisschen, dass so ein Aufstand um die Wurst gemacht wird. Heute lebe ich in Altötting. Wir sind doch die, die sich um den Herrgott scheren - und nicht um die Wurst.

Das Weißwurst-Dilemma: Hier gibt es Hilfe

Das Weißwurst-Dilemma: Hier gibt's Hilfe

Aber Sie haben ja auch viele Fans...

Gropp: Von den meisten Leuten schlägt uns eine Welle der Sympathie entgegen. Das geht so weit, dass uns jemand Schokolade mit Matcha zugeschickt hat. Und was ich besonders toll finde: Viele Leute sagen 'I mog's eigentlich net, aber ich probier's doch mal'.

Wo wir schon dabei sind. Wie schmecken sie denn, die Matcha-Weißwurst?

Gropp: Auf jeden Fall nicht nach grünem Tee. Wer Matcha kennt, kann den Geschmack im Abgang zuordnen. Für alle anderen würde ich sagen: A bisserl herber im Geschmack.

Als die normalen Weißwürste?

Gropp: (lacht) Als die minderpigmentierten, meinen Sie wohl.

Ihre Mars-Weißwürste - für was hat es die denn eigentlich gebraucht?

Gropp: Die Weißwurst ist in die Jahre gekommen. Jetzt gibt es halt den Urenkel - der heißt Matcha.

Wie kam es dazu?

Gropp auf Werbe-Tour für seine Würste.

Gropp: Ich hatte das Pulver aus Japan mitgebracht. Bei einem Einsatz mit der Freiwilligen Feuerwehr hatte ich plötzlich die Idee. Da hab ich meinen Kumpel gefragt: 'Ist das möglich, dass wir Matcha in die Weißwurst geben? Da hat er sein Visier vom Helm hochgeklappt und gesagt: 'Was ist denn bitte Matcha?' Danach haben wir es einfach mal probiert mit der grünen Weißwurst.

Für die haben Sie mittlerweile Patent angemeldet. Und angekündigt, dass Sie auch größer in die Produktion einsteigen wollen. Wissen Sie schon, mit wem? 

Gropp: Da wollte ich auf jeden Fall einen einheimischen Betrieb dafür haben. Und hab da einen in Bayern nicht ganz unbekannten Wurstproduzenten zur Zusammenarbeit gefunden. Mehr verrate ich dazu aber nicht.

Welches Nationalheiligtum der Bayern revolutionieren Sie als Nächstes - die Brezn vielleicht?

Gropp: Ach nein, ich bleibe bei der Weißwurst - fürs Erste.

Das Interview führte Ramona Weise

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