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Vereinskameraden in Trauer vereint: Die Angler versuchen, gemeinsam die Fassungslosigkeit über den Mord an ihrem Freund zu verarbeiten

"Matze, wir vermissen dich!" Kameraden fassungslos

Augsburg - Nach dem Polizistenmord in Augsburg herrscht bei den Kameraden von Mathias V. im Fischerverein Fassungslosigkeit. "Es ist nicht zu begreifen", sagt der Vorsitzende Hermann Kring.

„Auch wenn die Mörder gefasst und hoffentlich hart bestraft werden – das wird uns den Matze nicht zurück­bringen.“

Selim B. (32), seit einem Jahr im Verein (von links)

„Wir alle sind tief betroffen, können noch immer nicht begreifen, was mit Matze passiert ist. Sein Verlust ist ­unfassbar.“

Rainer S. (45), seit acht Jahren im Verein

„Wir vermissen den Matze. Die Familie braucht jetzt Zeit zum Trauern. Aber wir werden für sie da sein, wann immer sie uns braucht.“

Hermann Kring (63), Vereinsvorsitzender

„Ein Polizist wird so feige ermordet – und dann trifft es auch noch einen Kameraden aus unserem Verein. Ich bin geschockt.“

Saban D. (43), seit zwei Jahren im Verein

„Für unseren Verein ist Matzes Tod ein großer Verlust. Er fehlt uns als Mensch, aber auch als Macher in der ehrenamtlichen Arbeit.“

Johannes H. (28), seit 14 Jahren im Verein

„Ich wünsche mir, dass die Polizei Matzes Mörder schnell erwischt. Für das, was sie getan haben, gibt es keine gerechte Strafe.“

Kenan A. (47), seit zwei Jahren im Verein

Augsburg trauert um ermordeten Polizisten

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Mathias V. starb in der Nacht zum Freitag

Draußen in der trüben Kälte des Herbsts weht die Fahne auf Halbmast, drinnen im schmucken Anglerheim von Königsbrunn lähmt Grabesstimmung das sonst so rege Vereinsleben. Es ist der schwärzeste Sonntag, den die Kameraden jemals miteinander verbracht haben.

Mittendrin Hermann Kring. Seit 28 Jahren im Verein. Als Vorsitzender ein Fels in der Brandung – ein gestandener Macher, den so schnell nichts aus der Bahn wirft. Aber heute braucht auch er die Kraft der Gemeinschaft: „Einer von uns – kaltblütig erschossen. Ausgerechnet der Matze, er hat sich zerrissen für unsere Jugend. Es ist nicht zu begreifen.“

Sie haben oft zusammengesessen. Über Fußball geredet, über Gott und die Welt. Und über diesen anstrengenden Schichtdienst, der Matze arg an die Nieren ging. Aber wer hätte schon ahnen können, dass der pflichtbewusste Polizist seinen Job einmal mit dem Leben bezahlen muss.

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Das Mord-Rätsel

Kring und all die anderen – sie wissen, dass es für Matzes Familie keinen Trost gibt. Und sie wissen, dass sie ihrem toten Kameraden nur noch einen letzten Freundschaftsdienst erweisen können: „Wir werden seine Familie nicht alleine lassen“, sagt Kring, „ich hoffe, dass seine beiden Buben bald wieder die Kraft finden, am Vereinsleben teilzunehmen.“

Anderen Kameraden fehlt sogar die Kraft, ihre Trauer zu teilen. Georg B., der mit Matze die Doppelspitze in der Jugendarbeit bildete, fühlt sich wie benommen. Der tz sagt er: „Ich fühle einen unendlichen Schmerz. Es wird lange dauern zu verarbeiten, was passiert ist. Ich weiß nicht, wie das gehen soll. Ich weiß nur: Es wird verdammt schwer.“

Am Samstag hätten die Jugendlichen bei einem Preisfischen zeigen sollen, was sie von Matze gelernt haben. Es wurde abgesagt. An Fischen denkt momentan niemand im Anglerverein.

Andreas Thieme

Polizistenmord in Augsburg

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