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Ein Arbeitstier: Maulwürfe können 100 Meter lange Tunnen graben - und die führen immer häufiger in die Stadt.

Tiere sind besonders geschützt

Jetzt entdeckt auch noch der Maulwurf die Städte für sich

Der Maulwurf kommt in die Stadt. Wie Vögel und Igel haben auch die unter der Erde lebenden Tiere ein neues Refugium für sich entdeckt. Naturschützer sehen viele Vorteile.

München - Ganze Fußballfelder hat er schon umgewühlt und die eine oder andere Hobbygärtnerin zur Weißglut getrieben, wenn er auf fein zurechtgestutztem Rasen seine Haufen hinterlässt: Der Maulwurf buddelt sich gerne auch in der Nähe von Menschen durchs Erdreich.

Inzwischen zieht es den Maulwurf in die Großstädte, wie Martin Hänsel, der stellvertretende Geschäftsführer vom Bund Naturschutz Bayern, berichtet. „Insgesamt geht man durch die zunehmende Landwirtschaft davon aus, dass die Gesamtzahl der Maulwürfe abnimmt. Die Stadt ist ein Refugium geworden, wie auch für Vögel oder den Igel“, sagte Hänsel. Der Maulwurf komme locker über Feldwege und einspurige Straßen. „Das macht er aber nur, wenn der Randstein nicht zu hoch ist und er auf der anderen Seite eine sichere dunkle Böschung als Silhouette erkennt“, so Hänsel. Maulwürfe seien aber eher auf Flächen zu finden, die ans Umland angeschlossen sind.

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Maulwurf buddelt sich in einer Nacht 100 Meter weit

Bis zu 6000 Quadratmeter kann das Jagd- und Wohnrevier des Männchens während der Paarungszeit umfassen. „In einer einzigen Nacht kann der Maulwurf mit seinen schaufelartigen Vorderbeinen Tunnel von 100 Meter Länge anlegen.“ 67 Meter pro Minute könnten die Tiere in den Gängen zurücklegen. Fast das Dreißigfache des Körpergewichtes heben sie an.

Naturschützer sehen in seiner Arbeit klare Vorteile: Der Maulwurf verspeise Schädlinge wie Schnecken und Engerlinge, vertreibe Wühlmäuse, durchmische, belüfte und drainiere den Boden, findet etwa der BUND. Selbst dem manchmal lästigen Aushubmaterial gewinnt der Verband Positives ab: „Maulwurfshügel liefern hervorragende Erde für Blumenbeete.“

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Wer sich dennoch über Maulwürfe ärgert, braucht Schädlingsbekämpfer nicht anrufen. Weil der Maulwurf besonders geschützt ist, darf er weder gefangen noch getötet werden.

lby

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