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Max Gürtler aus Bruckmühl ist Run Concierge.

22-Jähriger kümmert sich um Fitness der Hotelgäste

Der rennende Concierge

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Als Max Gürtler Sportwissenschaft studierte, konnte er nicht ahnen, wie international seine Trainingspartner einmal sein würden. Das verdankt er seinem Job im Hotel. Im Morgengrauen joggt er mit Gästen aus aller Welt durch München – und lernt dabei so manchen Geschäftsmann von einer ganz anderen Seite kennen.

München - Es gibt wohl nicht viele Bayern, die schon so viele Business-Menschen in Jogginghosen gesehen haben wie Max Gürtler. Das hängt mit einer speziellen Aufgabe zusammen, die zu seinem Beruf gehört. Der 22-Jährige aus Bruckmühl (Kreis Rosenheim) ist nicht nur studierter Sportwissenschaftler und Fitnesstrainer, sondern auch „Run Concierge“. Er arbeitet im Westin Grand in München, das gemeinschaftlich mit dem gegenüberliegenden Sheraton Arabellapark Hotel geführt wird. Beide Häuser bieten ihren Gästen aus aller Welt nicht nur Fitnessräume und -kurse an. Sondern auch eine frühmorgendliche Jogging-Runde durch München – mit ihrem Run Concierge. Max Gürtler wartet zweimal die Woche um 6.30 Uhr in der Lobby auf sportbegeisterte Gäste. Bei jedem Wetter. Für einige wäre das vermutlich die Höchststrafe. Max Gürtler kann sich keinen besseren Start in den Tag vorstellen. Und das nicht nur, weil er Sport liebt.

„Es ist jeden Tag aufs Neue spannend, wer dabei ist“, erzählt er. Unterschiedlicher könnten die Teilnehmer oft nicht sein. Wenn es ums Laufen geht, macht das aber gar nichts, betont der 22-Jährige. „Der Spaß am Joggen ist das, was uns alle verbindet.“ Meist pendelt sich das Tempo schnell so ein, dass alle gut mitkommen. Und Max Gürtler hat sowieso genug Kondition, um seine Truppe nicht nur souverän durch das erwachende München zu lotsen – sondern auch noch etwas Sightseeing zu bieten. „Ich laufe nicht jeden Tag dieselbe Strecke mit den Gästen“, erzählt er. Meistens führt die Route in den Englischen Garten. Aber er achtet immer darauf, dass er den Läufern ein paar Seiten Münchens zeigen und erklären kann, für die sie während ihrer Geschäftsreisen sonst wohl keine Zeit hätten. Vor allem seine japanischen Mit-Jogger danken ihm das. „Sie haben auch beim Laufen immer Kameras dabei“, erzählt er. „Für sie müssen wir öfter einen Zwischenstopp einlegen.“

Einmal hat selbst Sportskanone Max Gürtler einen Zwischenstopp gebraucht. Dank zweier Australier. „Mit ihnen hatte ich nicht mehr viel Luft für Sightseeing“, sagt er und muss schmunzeln. Die beiden waren beängstigend gut in Form. Der 22-Jährige musste ein kleines Spontan-Stretching einlegen, um zu verbergen, dass er eine kurze Verschnaufpause braucht. Erst als sie zurück im Hotel waren, erfuhr er, dass er keine Chance hatte. „Die beiden waren routinierte Marathonläufer.“

Max Gürtler liebt seinen Job nicht nur wegen des Laufens – sondern auch, weil er bei den morgendlichen Joggingrunden eine Seite von den Hotelgästen kennenlernt, die den meisten seiner Kollegen verborgen bleibt. „Beim Joggen kann jeder sein, wie er ist“, sagt er. Es gibt keine Hierarchien, es gibt kein „Sie“. Das genießen die meisten Geschäftsleute, sagt Max Gürtler. Für ihn ist es einer von vielen Gründen, warum er jeden Morgen gern aufsteht, wenn sein Wecker um 5 Uhr klingelt. 

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