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Eineinhalb Kilo Kokain

Medien: Anklage gegen Chef-Drogenfahnder

München/Kempten - Acht Monate nach der Verhaftung des Leiters der Drogenfahndung in Kempten ist laut Medien Anklage gegen den Mann erhoben worden - nicht nur wegen Drogenbesitzes.

Der Fall sorgte im vergangenen Februar für mächtig Schlagzeilen. Ausgerechnet beim Leiter der Drogenfahndung in Kempten wurde Kokain entdeckt - mehr als eineinhalb Kilogramm. Nun sind die Ermittlungen abgeschlossen, auf den Mann dürfte ein Prozess zukommen.

Acht Monate nach der Verhaftung des Leiters der Drogenfahndung in Kempten ist gegen den Mann laut Medienberichten Anklage erhoben worden. Ihm werde unter anderem Drogenbesitz, Vergewaltigung und Körperverletzung vorgeworfen, berichtete der Bayerische Rundfunk am Freitagabend nach gemeinsamen Recherchen mit dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“. Der Prozess gegen den Beamten könnte demnach im kommenden Winter vor dem Landgericht Kempten über die Bühne gehen.

Die zuständige Staatsanwaltschaft München I teilte auf Anfrage lediglich mit, die Ermittlungen gegen den Beamten seien nun abgeschlossen. Weitere Einzelheiten will die Ermittlungsbehörde erst in der kommenden Woche mitteilen.

Der spektakuläre Fall hatte im vergangenen Februar für mächtig Schlagzeilen gesorgt. Nach einem Familienstreit hatte die Frau des Mannes die Polizei alarmiert. Danach wurden die Diensträume des Beamten durchsucht, dabei wurde eine größere Menge Kokain entdeckt. Nach den Medienangaben soll es sich um 1,8 Kilogramm handeln. In den ersten Wochen nach Bekanntwerden des Falls war lediglich von 1,6 Kilogramm die Rede gewesen.

In ersten Ermittlungen gab der Polizeibeamte zu Protokoll, das Kokain zu Schulungszwecken besessen zu haben. Dies hielt die Staatsanwaltschaft aber von Beginn an für wenig glaubhaft. Wie der Mann an das Rauschgift gelangte, ist bis heute unklar.

Bei dem Ehestreit soll der Mann seiner Frau laut den Recherchen von BR und „Spiegel“ ein Messer an den Hals gehalten haben und sie so vergewaltigt haben. Die Ehefrau sei „Opfer schwerer Körperverletzungen“ geworden, hatte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bereits wenig später berichtet. Nach der Tat suchte der Chef-Drogenfahnder, der in den späteren Ermittlungen einräumte, Drogenkonsument zu sein, mit dem Auto das Weite.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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