Medienrat entzieht Bayern Journal den Sendeplatz

München - Sendeschluss für das Bayern Journal: Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien zog damit die Konsequenzen aus einer Kreditaffäre und einem Schleichwerbeskandal .

Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) schließt den bisherigen Produzenten des Wochenend-Regionalprogramms bei Sat.1 und RTL, Camp TV, als Konsequenz aus einer Kreditaffäre und einem Schleichwerbeskandal aus. Dies beschloss der Medienrat in einer Sitzung am Donnerstag.

Um das Programmfenster am Samstag bei Sat.1 soll sich künftig die Privatfernsehen in Bayern GmbH kümmern. Das Unternehmen liefert bereits jetzt werktags Beiträge für das landesweite Fenster bei Sat.1. Am Sonntag kommt bei RTL eine noch zu gründende Gesellschaft zum Zug. An der neuen Firma sollen die TV Bayern GmbH sowie die München Live TV Fernsehen GmbH jeweils 40 Prozent halten. Die restlichen 20 Prozent liegen bei der RT.1 TV Production GmbH aus Augsburg.

Außerdem wurde vereinbart, dass auch die Kirchen Sendezeit bekommen. So darf der Evangelische Presseverband für Bayern Samstag bei Sat.1 insgesamt 18 Minuten Programm pro Monat unterbringen, der katholische Sankt Michaelsbund ebenso viel am Sonntag bei RTL. Hinzu kommen wissenschaftliche Beiträge der Bavaria One Film und Fernsehproduktion GmbH am Samstag und Sport von Donau TV aus Deggendorf am Sonntag.

Die Firma Camp TV, die das Bayern Journal bisher ausstrahlt hatte, hatte sich erneut um die Lizenz beworben. Nun ist aber am 25. Oktober Schluss für Camp TV, der Programmwechsel soll zum 1. November erfolgen. Die Medienzentrale hatte Camp TV verbotene Schleichwerbung im Bayern Journal angelastet, was die Firma zurückgewiesen hatte. Außerdem monierten die Aufseher, dass der inzwischen gestorbene Mitbetreiber Ralph Burkei dem langjährigen Medienratschef und CSU- Landtagsabgeordneten Klaus Kopka Kredite in Höhe von 215 000 Euro gewährt oder vermittelt hat. Kopka war in dieser Zeit leitend im Medienrat, dem obersten Organ der BLM.

BLM-Präsident Wolf-Dieter Ring war wegen der Affäre in den vergangenen Monaten massiv unter Druck geraten, da er von diesen Krediten seit Jahren Kenntnis hatte. Die BLM und Kopka wiesen allerdings jeden Korruptionsverdacht zurück. Es habe keine Entscheidungen des Medienrates an den Gremien vorbei gegeben, betonte Ring bei einer der jüngsten Medienratssitzungen. Alle Entscheidungen seien immer mehrheitlich und transparent gefallen.

Zwei Mitglieder des Medienrates schlossen sich am Donnerstag wegen Befangenheit selbst von der Beratung aus. Dies waren der Vorsitzende des Medienrates Erich Jooß sowie Markus Rick, Geschäftsführer des Verbands Bayerischer Zeitungsverleger (VBZV).

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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