Im OP

Behandlungsfehler: Allein 340 Fälle in Bayern

München - Medizinische Behandlungsfehler passieren in Bayern genauso häufig wie im Bundesdurchschnitt. Diese Schätzungen gab jetzt die AOK bekannt. Betroffen sind verschiedene Behandlungsbereiche.

Die Quote der medizinischen Behandlungsfehler ist in Bayern etwa genauso groß wie im Bundesdurchschnitt.

Die Gutachterstelle für Arzthaftungsfragen erkannte im Freistaat von Mai 2012 bis Juni 2013 von 1172 bearbeiteten Anträgen 29 Prozent als Behandlungsfehler an, wie die Sprecherin Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK), Dagmar Nedbal, am Dienstag in München mitteilte. Bundesweit liege die Quote bei 30 Prozent. Im Freistaat starben 2012 drei Menschen an den Folgen ärztlicher Behandlungsfehler.

Die meisten Behandlungsfehler passieren nach Angaben Nedbals in der Chirurgie, der Orthopädie aber auch in der Geburtshilfe. Die Gründe seien vielfältig: Fehler in der Organisation, hygienische Mängel, überlastete Ärzte, aber auch mangelnde Aufklärung der Patienten vor dem Eingriff.

Ebenso unterschiedlich seien die Folgen: Nachoperationen, Einschränkungen von Körperfunktionen, Schmerzen und Infektionen. „Ganz klar, jeder Behandlungsfehler ist einer zuviel“, betonte Nedbal.

Die AOK hatte am Dienstag Schätzungen veröffentlicht, wonach jährlich in rund 190 000 Fällen Behandlungsfehler in Deutschlands Krankenhäusern gesundheitliche Schäden bei Patienten verursachen.

lby

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