Ein Mega-Radlring durch Oberbayern

München - Eine Radl-Marathon-Tour durch Oberbayern? Kein Problem: Fachleute tüfteln an einem neuen „Ring der Regionen“ – die über 400 Kilometer lange Strecke rund um München soll neue Touristen anziehen.

Fürstenfeldbruck, Freising, Ebersberg, Wolfratshausen, Weilheim – ein neuer Radl-Ring soll die oberbayerischen Kreisstädte miteinander verbinden.

Rund 400 Kilometer ist die Route lang, schätzt Christian Breu vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München. Wer das längere Stück im Westen am Lech entlang über Landsberg wählt, der dürfte sogar auf 500 Kilometer kommen. Der „Ring der Regionen“ soll der Leuchtturm unter den Radlwegen sein, heißt es beim Planungsverband, wo die Idee entstand. Zusammen mit dem Fahrradclub ADFC sollen Tourismuskonzepte entwickelt – das Stichwort heißt hier „Bike and bed“ – und der Radlring dann auch beworben werden. Eine detaillierte Fahrradkarte gibt es bis jetzt nicht. Die Routenführung legte Breus Verband zusammen mit dem Erholungsflächenverein und dem ADFC fest. „Das war eine Heidenarbeit“, sagt Breu. Der Erholungsflächenverein, in dem Landkreise und Gemeinden Mitglied sind, rechnet damit, dass der „Ring der Regionen“ bis 2013 vollständig ausgebaut und beschildert ist.

Da der Radl-Ring vor allem bestehende Radlwege miteinander vernetzen soll, besteht die Herausforderung nicht im Neubau von Radwegen, sagt Vereins-Geschäftsführer Jens Besenthal. Schwierig wird indes die Beschilderung: Einerseits muss der Verein die Kommunen noch von der Kostenübernahme überzeugen. Andererseits gibt es bei den Radl-Schildern Wildwuchs. Früher kreierte jeder Landkreis nach eigenem Gutdünken seine Radlschilder. Erst jüngst hat indes eine Richtlinie der Obersten Baubehörde im Innenministerium eine „Normbeschilderung“ festgelegt – weiß-grüne Schilder sollen den Radlern jetzt deutschlandweit einheitlich den Weg weisen. Auch beim „Ring der Regionen“ soll auf die Schilder zurückgegriffen werden.

Das Schilderproblem ist auch beim Vorbild für den neuen „Ring der Regionen“, dem 170 Kilometer langen Radlring München, zu sehen. Der Radlring führt in einem engeren Umkreis über Feldkirchen, Unterhaching, Gauting, Olching, Dachau und Oberschleißheim einmal um die Landeshauptstadt herum. Dieser Ring entstand 2005 zur Bundesgartenschau. Der Ottobrunner Fritz Seeger von der lokalen Agenda21-Gruppe fährt die Route immer wieder stückweise ab. Die Vision vom Radlring verblasst, hat er festgestellt. Manche Schilder sind nicht mehr auffindbar, vor allem dort, wo es Straßenumplanungen gab wie etwa in Aschheim (Kreis München). Weiteres Ärgernis: „Es gibt keine Verknüpfungen der Radlrouten“, sagt Seeger – zum Beispiel in Neubiberg, wo der Radlring den Mangfall-Radweg kreuzt.

Trotz dieser Mängel soll der „Ring der Regionen“ durch Querrouten mit dem Münchner Radlring verknüpft werden – „wie Speichen an einem Rad“, sagt Breu.

Dirk Walter

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