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Ein Blick in die Steinzeit des Computer-Zeitalters: 2001 entstand an einer Nürnberger Schule das erste Internet-Klassenzimmer Bayerns. 20 PC, gesponsert von der Deutschen Telekom.

Ein Zeitsprung ins Jahr 2030

Megatrends der Bildung: Religion und Digitales

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Der Aktionsrat Bildung, ein Beratungsgremium der bayerischen Wirtschaft, lenkt den Blick auf das Jahr 2030. Was ist dann für die Bildung relevant? Neben bekannten Phänomenen wie Digitalisierung und Zuwanderung gibt es auch weniger bekannte Trends.

München – Seit zehn Jahren gibt es den Aktionsrat Bildung. Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) finanziert diesen informellen Zusammenschluss von Bildungsforschern, die jährlich ein Gutachten zu Schulthemen herausgeben. Mal zu Ganztagsschulen, mal zum Burn Out bei Lehrern, mal zu Flüchtlingen im Bildungssystem.

Jetzt wagt das Gremium um den Rektor der Hamburger Universität, Dieter Lenzen, einen Blick in die Zukunft: Es hat zwölf Megatrends analysiert, „die das Bildungssystem in den nächsten Jahren nachhaltig beeinflussen werden“. Einige der Trends sind hinlänglich bekannt, etwa die Globalisierung, andere sind weniger im Fokus: Die Berliner Bildungsforscherin Bettina Hannover berichtete bei der Vorstellung des Gutachtens in München über den „Bedeutungswandel des Religiösen“. Schon jetzt sind die Konfessionslosen (fast 30 Millionen) die größte Gruppe in Deutschland, vor Katholiken (24 Mio.), Protestanten (23 Mio.) und Muslimen (über vier Mio.). Zugleich gibt es aber eine höhere Religiosität der Zuwanderer, 57 Prozent bezeichnen sich als „mittelreligiös“, 36 Prozent als „hochreligiös“. Zugleich sei Religiosität zunehmend fragmentiert. Es gibt immer mehr Gruppen wie Aleviten, Schiiten, Sunniten und auch Christlich-Orthodoxe – was für den Schulunterricht eine Herausforderung sei. Für jede Gruppe eigene Religionsstunden anzubieten, sei nicht möglich. Einige Bundesländer wie Berlin oder Bremen sind schon dazu übergegangen, einen religionsübergreifenden Unterricht anzubieten. Das komme für Bayern nicht in Frage, betonte Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU), der einmal mehr betonte, wie sehr aufseiten des Islam ein verlässlicher Ansprechpartner fehle. Der türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) könne man nicht vertrauen. Also hat Bayern bisher nur ein Unterrichtsfach Islamkunde geschaffen – was wohlweislich kein Religionsunterricht ist.

Neben der Religion gibt es weitere Trends, um die sich die Politik kümmern muss. Lenzen nannte das Thema Nachhaltigkeit und warf die Frage auf, „ob der Geographie-Unterricht eine neue Rolle bekommen“ könne. Bei der Migration beschäftigen die Bildungsforscher viele Punkte, unter anderem aber auch die Dominanz männlicher Zuwanderer und das Alter – ein Viertel ist unter 25. Lenzen rät, die Berufsschulpflicht zu verlängern, um auch ältere Flüchtlinge noch in die Schulen zu bekommen.

All dies aber steht wohl im Schatten der Digitalisierung, die auch Bayerns Schulen noch umkrempeln werde, wie VBW-Chef Alfred Gaffel voraussagte. Wie der Stand der Dinge in Bayern ist, wird ein Gutachten ergeben, das derzeit die Ludwig-Maximilians-Universität München erstellt – inklusive Handlungsempfehlungen. Markus Bölling, Leiter einer Realschule in Erlangen, sieht „Bayern ganz gut aufgestellt“, wie er in einer Diskussionsrunde sagte (er selber hat acht iPad-Klassen). Nicht jeder ist dieser Meinung. Ungeklärt ist nach wie vor, welche Technik die Schulen benötigen und wie man damit umgeht, dass die Hardware – ob Smartphone oder Tablet – so rasant veraltet. „Wir werden da noch viel Geld investieren“, mahnte Christof Prechtl, Bildungsforscher der VBW. Um so wichtiger sei es, die Lehrer rasch fortzubilden – heute sei nur eine Minderheit in der Lage, digital vor Schülern zu unterrichten.

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