Unterstützung fürs neue Schuljahr

Mehr als 4000 neue Lehrkräfte für Bayern

München - Der Freistaat reagiert auf die gestiegene Zahl schulpflichtiger Flüchtlinge. Weil zudem auch die Zahl der übrigen Schüler steigt, warnen Lehrerverbände vor Engpässen.

Wenn am Dienstag die Sommerferien enden, treten 350 neu eingestellte Lehrer in Bayern ihren Dienst an, die das Unterrichtsangebot für schulpflichtige Flüchtlinge stärken sollen. Seit Beginn des Jahres seien an bayerischen Schulen somit 1079 Planstellen geschaffen worden, teilte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) am Freitag in München mit. Insgesamt unterrichteten aktuell rund 87 000 Lehrerinnen und Lehrern etwa 1,7 Millionen Schüler.

Um in den Ruhestand gehende Lehrer zu ersetzen, wurden neben den neu geschaffenen 1079 Stellen etwa 3000 weitere Lehrer eingestellt. Der größte Teil der Einstellungen entfalle mit knapp 2200 Stellen auf die Grund- und Mittelschulen, sagte Spaenle. Als Grund für den hohen Bedarf nannte der Minister einerseits die gestiegene Anzahl an anerkannten schulpflichtigen Flüchtlingen. Andererseits steige die Schülerzahl auch durch die Geburtenrate im Freistaat. Zudem gebe es einen verstärkten Zuzug aus anderen Bundesländern.

Niedrige Zahl ist "Gefahr für die Zukunft"

Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Simone Fleischmann, kritisierte die Situation deutlich und bemängelte die Lehrerbildung und -einstellungspolitik der vergangenen Jahre. Zum jetzigen Schulstart müssten einige Lehrer aus der sogenannten Mobilen Reserve regulären Unterricht abdecken. Diese Lehrkräfte sollen eigentlich in verschiedenen Schulen kurzfristig als Aushilfe eingesetzt werden. Jedoch würden diese Lehrer inzwischen teils sogar mit Klassenleitungen betraut, sagte Fleischmann. Es gebe daher kaum Ersatz, wenn Lehrer ausfallen. Sie plädierte dafür, eine „echte“ Mobile Reserve aufzustellen. „Jetzt wäre noch Zeit, Lösungen zu finden.“

An den bayerischen Gymnasien wurden zum September 2016 rund 250 neue Lehrkräfte eingestellt. Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands, Max Schmidt, bezeichnete die seiner Meinung nach niedrige Zahl als „Gefahr für die Zukunft“. Zukünftig drohender Unterrichtsausfall sei nur durch zusätzliche Einstellungen zu verhindern. Zudem sei es wichtig, der sinkenden Sprachkompetenz entgegenzuwirken und die Wertebildung zu fördern. „Die Lehrkräfte dafür sind da, stehen aber auf der Straße“, sagte Schmidt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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