Mehr Aufpasser in bayerischen Zügen

München - Die Deutsche Bahn will in Regionalzügen, S-Bahnen und Bahnhöfen für mehr Sicherheit sorgen. Deshalb stockt der Konzern das Sicherheitspersonal deutlich auf – insbesondere in Bayern.

Hier werde die Zahl der Streifenkräfte von 250 um 60 Prozent auf 400 gesteigert, kündigte der Leiter der DB-Konzernsicherheit, Gerd Neubeck, gegenüber unserer Zeitung an.

„Wir wollen mehr Präsenz zeigen“, sagte Neubeck. Umfragen hätten gezeigt, dass dies der Bahnkunde wünsche. Allein im Großraum München würden künftig 60 zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt, sagte Neubeck. Es gehe darum, das subjektive Sicherheitsempfinden der Fahrgäste zu stärken. Auch wenn, so Neubeck, die Sicherheitslage statistisch gesehen gut sei. Im Bereich der Bahn würden in Bayern pro Tag durchschnittlich nur vier Körperverletzungen registriert – bei 1,3 Millionen Fahrgästen im Nahverkehr am Tag. In ganz Bayern würden täglich rund 200 Körperverletzungen gezählt.

Allerdings sei im vergangenen Jahr sowie zu Beginn dieses Jahres ein Anstieg der Zahl der Körperverletzungen zu verzeichnen gewesen, sagte Neubeck. Meist bei Großveranstaltungen. Zudem läuft der Diebstahl von Metallen – insbesondere von Gleisen sowie Signal- und Stromkabeln – auf Hochtouren. „Das ist ein gravierendes Problem“, erklärte der Sicherheitschef der Bahn.

Die blau uniformierten Streifenkräfte der Bahn sollen nicht nur häufiger, sondern auch flexibler und flächendeckender eingesetzt werden. Neubeck sprach von einem „Qualitätssprung“. Deutschlandweit soll die Zahl der Sicherheitskräfte von 3200 auf 3700 aufgestockt werden. Fünf Millionen Euro will sich die DB die zusätzliche Sicherheit allein in Bayern kosten lassen.

Beim Fahrgastverband Pro Bahn nahm man die Ankündigung der Bahn mit gemischten Gefühlen auf. „Jetzt werden nur die Versäumnisse der Vergangenheit kompensiert“, sagte Thomas Kauderer, Vorstand im Regionalverband Oberbayern. Unter dem Druck, an die Börse gehen zu wollen, habe die Deutsche Bahn massiv Personal abgebaut. Nun sehe man, dass dies nicht funktioniere.

Matthias Kristlbauer

Rubriklistenbild: © dpa

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