Eine Taser-Pistole.
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Eine Taser-Pistole.

Positive Erfahrungen

Wenn der Schlagstock nicht mehr ausreicht: Bayerns Polizei will vermehrt Elektroschocker nutzen

  • Katharina Haase
    vonKatharina Haase
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Die bayerische Polizei will vermehrt Elektroschocker einsetzen. Die sogenannten Taser seien ein gutes Hilfsmittel, um den Schusswaffengebrauch abzuwenden.

  • Die bayerische Polizei will mehr Elektroschocker einsetzen.
  • Ein Test mit den Tasern war sehr erfolgreich.
  • Oftmals reiche schon die Androhung der Anwendung.

München - Die bayerische Polizei will verstärkt Elektroschocker einsetzen. Ein seit 2015 laufender Pilotversuch mit den sogenannten Distanzelektroimpulsgeräte (DEIG) - im Volksmund oft Taser genannt - sei erfolgreich gewesen, teilte das Innenministerium auf Anfrage mit. Die Erfahrungen hätten einen großen Mehrwert bei bestimmten Einsätzen gezeigt. Nun sollen die Geräte bald unter den bisherigen Rahmenbedingungen bei allen geschlossenen Einheiten der Bayerischen Landespolizei sowie den Unterstützungskommandos als zusätzliches Einsatzmittel eingeführt werden. Bei den Tasern handelt es sich um Pistolen, die aus der Distanz Elektroschocks auslösen können.

Elektroschock als „Lückenschuss“: Polizeisprecher begrüßt die Entscheidung zu mehr Taser-Einsatz

Einen konkreten Zeitpunkt dafür gibt es nach Ministeriumsangaben noch nicht. „Die Planungen dazu laufen noch.“ Bei
dem Pilotversuch seien die Taser rund 30 Mal zum Einsatz gekommen - allerdings vorwiegend nur als Androhung. Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) ist zufrieden mit der Entscheidung. Der Landesvorsitzende Jürgen Köhnlein sagte, dass oft schon die Androhung des Taser-Einnsatzes nutze, um einen Täter zur Aufgabe zu bewegen. Der Taser ermögliche einen „Lückenschuss“ wenn Pfefferspray oder Schlagstock nicht ausreichen - bevor man zur richtigen Schusswaffe greifen muss. Auf lange Sicht, so Köhnlein, müsse man die Taser allen Einsatzkräften zur Verfügung stellen. kah

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