Planungen weit übertroffen

Mehr neue Studenten als neue Studienplätze

München - Das Semester hat begonnen, 50.000 neue Studienplätze hat die Staatsregierung in den vergangenen Jahren geschaffen. Wie die neueste Studentenstatistik zeigt, war das zu wenig.

Der anhaltende Ansturm der Studenten auf Bayerns Hochschulen hat die Planungen der Staatsregierung um mehr als das Doppelte übertroffen. An Bayerns Hochschulen haben sich zum Wintersemester 2014/15 nach den vorläufigen Zahlen insgesamt 367.700 Studenten eingeschrieben. Das sagte Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle (CSU) am Mittwoch in München. Ein Blick ins Archiv zeigt, dass heuer 108.300 mehr junge Menschen an Bayerns Hochschulen studieren als vor sechs Jahren. Die Staatsregierung hat im gleichen Zeitraum mit Hilfe des Bundes aber lediglich gut 50.000 neue Studienplätze geschaffen.

Die Zahl der Studienanfänger ist um 300 leicht zurückgegangen - auf nunmehr 66.500. Der Andrang wird in den nächsten Jahren voraussichtlich nicht wesentlich nachlassen: „Man geht von einem Hochplateau bis Mitte der 20er Jahre aus“, sagte Spaenle. Den größten Zulauf im neuen Wintersemester verzeichnet die TU München, wo sich gut 2200 Studenten mehr eingeschrieben haben als vor einem Jahr - das entspricht einem Plus von gut sechs Prozent. Auch an der Universität Erlangen-Nürnberg sind knapp 1300 mehr Studenten eingeschrieben als im Herbst 2013.

Der Zuwachs ist aber nicht gleichmäßig verteilt, manche Hochschulen verlieren sogar einige Dutzend Studenten - darunter die Uni Bayreuth und die Katholische Universität Eichstätt. Auch Bayerns kleinste akademische Ausbildungsstätte muss einen Rückgang hinnehmen: An der Hochschule für evangelische Kirchenmusik Bayreuth studieren nun noch 29 Nachwuchsmusiker, zwei weniger als vor einem Jahr.

Spaenles Wissenschaftsetat profitiert im kommenden Jahr davon, dass die schwarz-rote Bundesregierung den Ländern eine finanzielle Last abgenommen hat: das Bafög. Das Ministerium spart dadurch 155 Millionen Euro im Jahr, die nun größtenteils in die Grundausstattung der Hochschulen fließen sollen. Spaenle räumte ein, dass in dieser Hinsicht Nachholbedarf besteht.

dpa

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