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Auch Felix Neureuther zeigte sich enttäuscht

"Mehr Rennfahrer als Zuschauer": Reaktionen

München/Durban - Die Olympischen Winterspiele 2018 finden in Pyeongchang statt und nicht in München. Die Reaktionen auf die Entscheidung fallen enttäuscht, kämpferisch, aber auch stolz aus.

Christian Wulff (Bundespräsident): "Wir gratulieren Pyeongchang. [...] Wir wussten, dass es sehr schwer werden würde. München und Deutschland haben sich im Wettbewerb als sympathisch, offen und sportbegeistert dargestellt. Ich danke allen, die sich mit so viel Enthusiasmus für die Bewerbung eingesetzt haben.“

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Enttäuschung und Tränen in München

Olympia 2018 findet in Pyeongchang statt

Christian Ude (Münchens Oberbürgermeister): “Ich bin über das Ergebnis enttäuscht. Das ist ganz selbstverständlich, wenn man ein Ziel zwölf Jahre lang ansteuert und die letzten Jahre doch kräfitg die Ärmel aufkrempeln musste, um viele Hürden zu überwinden und Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Aber eine Welt bricht auch nicht zusammen deswegen. Wir haben die ganzen Kraftanstrengungen auch nicht in den Sand gesetzt. Wir sehen die Bewerbung nicht als Fehlinvestition an, sondern als eine riesengroße weltweite Kampagne für München. Dass wir Sympathien gewonnen haben - gerade noch mit der abschließenden Präsentation - steht für mich außer Frage.“

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP): “Ich bin enttäuscht darüber, dass Bayern, dass München, dass Deutschland nicht Gastgeber der Olympischen Spiele im Winter 2018 sein wird. (...) Wir wären sehr gute Gastgeber gewesen, nicht nur sportlich, sondern auch wenn es um die Gastfreundschaft geht - das haben wir Deutsche auch schon mehrfach gezeigt. Schade, dass das Wintermärchen nicht in Deutschland stattfinden wird. Aber natürlich auch einen herzlichen Glückwunsch an Südkorea.“

Richard Pound (IOC-Mitglied): “In jeder Demokratie würde man dazu Kantersieg sagen. Wir sind im Moment in einer Phase, in der internationale Sportverbände Risiken eingehen und sich für neue Märkte entscheiden.“

Jubel in Pyeongchang, Trauer und Ernüchterung in Bayern: Reaktionen auf die Olympia-Entscheidung

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FIFA-Präsident Joseph Blatter: “Das ist keine Überraschung. Pyeongchang ist ein neuer Markt für den Wintersport.“

Gunilla Lindberg (Vorsitzende der IOC-Evaluierungskommission für 2018): “Pyeongchang hatte eine hervoragende Bewerbung. Die Südkoreaner hatten einfach den Vorteil von zwei Bewerbungen.“

Gerhard Heiberg (IOC-Marketingchef) : “Der Sieg von Pyeongchang war verdient. Sie haben zweimal knapp verloren und sind drangeblieben. Ich glaube aber nicht, dass es eine richtungsweisende Entscheidung war. Kaum ein Kandidat gewinnt gleich beim ersten Mal. München sollte sich nochmal bewerben. Dann hätten sie eine gute Chance, 2022 zu gewinnen.“

Susi Erdmann (mehrfache Rodel-Weltmeisterin): “Es war ganz schlimm, wir haben alle bitterlich geweint, weil wir natürlich alle überzeugt waren von unserer Arbeit. Wenn man dann so klar verliert, dann ist das natürlich bitter.“

Uli Hoeneß (Präsident FC Bayern München): “Es ist natürlich sehr, sehr schade. Ich bin auch sehr enttäuscht. Die Südkoreaner werden wunderbare Spiele hinbekommen und dann freuen wir uns mit ihnen.“

Philipp Lahm (FC Bayern München): “Das ist eine Enttäuschung, schade für uns alle, ich glaube für ganz Deutschland und für München. Wir hätten uns alle gefreut. Auch wir Spieler hätten gerne die Olympiade bei uns gesehen. Wir wären, glaub ich, super Gastgeber gewesen. Alle haben alles dafür gegeben, dass es bei uns ist. Deswegen ist die Enttäuschung groß.“

Bastian Schweinsteiger (FC Bayern München): “Leider ist es so entschieden worden. Die haben sich jetzt dreimal dafür beworben. München war das erste Mal dran. Das ist schade, weil viel Aufwand betrieben worden ist. Aber man muss halt warten und Geduld haben.“

Thomas Müller (FC Bayern München): “Das ist natürlich schade für München. Jeder von uns wäre auch gerne hingegangen. Ist natürlich bitter, es ist viel investiert worden. Ich glaube, die Koreaner haben es sich irgendwo auch verdient, sie haben es zweimal vergeblich versucht, Olympische Spiele zu holen.“

Axel Doering (Mitinitiator des Garmischer Bürgerbegehrens gegen Olympia): “Der Kelch ist an uns vorübergegangen. Ich bin froh, dass die Entscheidung so gefallen ist. Garmisch-Partenkirchen hat in Wirklichkeit gewonnen. Ich gratuliere Pyeongchang. Dieser Sieg ist allerdings ein zweischneidiges Schwert. Nun ist Pyeongchang in den Fängen des IOC.“

Thomas Bach (IOC-Vizepräsident, DOSB-Präsident): “Der Sport hat wieder gezeigt: Siege sind nicht alles. Aber Niederlagen sind auch nicht das Ende von allem. Wir müssen nun in Ruhe überlegen, ob es sinnvoll ist, sich noch einmal zu bewerben. Dazu wird es kommende Woche die ersten Gespräche geben, aber eine erste Entscheidung ist dort nicht zu erwarten.“

Andrea Schöpp (zweimalige Curling-Weltmeisterin): “Es werden sicherlich auch dort schöne Spiele. Vielleicht klappt es dann ja vier Jahre später. Wir müssen uns auch als faire Verlierer zeigen.“

Heide Rosendahl (Weitsprung-Olympiasiegerin von 1972): “Ich kann mich nicht mit den Südkoreanern freuen. Vielleicht ist es ein Zeichen der Zeit, dass man die Tradition ablegt und lieber Neuland betritt. Das Konzept von München war sehr gut. Es wurde viel Aufwand betrieben, mit Auf und Abs. Dennoch denke ich, dass man dies alles nutzen sollte und eine weitere Bewerbung versuchen sollte.“

Ludwig Spaenle (bayerischer Kultusminister): “Schade, aber das olympische Motto heißt: Dabei sein ist alles. Wenn alles vernünftig organisiert wird, dann werden wir uns wieder bewerben. Bei einer erneuten Bewerbung werden wir unsere Trümpfe ausspielen.“

Roland Baar (Ex-IOC-Mitglied, mehrfacher Rudel-Weltmeister): “Ins Rennen zu gehen, obwohl alle sagten, dass die Spiele nach Südkorea gehen, fand ich sehr mutig. Ich finde, Korea hat es verdient. Man soll jetzt nicht lange schimpfen und nach vorne schauen. Deutschland ist jetzt verdammt noch einmal dran. Natürlich sind wir enttäuscht, aber es gilt jetzt, die Schwachpunkte der Münchner Bewerbung zu erkennen. Und das war das Thema Zustimmung. Es darf bei einer solch wichtigen Sache keine Stimmen dagegen geben. Da muss das ganze Land dahinter stehen.“

Michael Vesper (Generaldirektor DOSB): “Eine sehr enttäuschende Niederlage. Entscheidend war offenbar, dass Pyeongchang bereits zum dritten Mal angetreten ist. Ob wir uns noch einmal bewerben, werden wir in aller Ruhe entscheiden.“

dpa

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