Videoüberwachung 

„Mehr Sicherheit durch Kameras“

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München - Bayerns Bahnhöfe, Züge und Busse werden immer sicherer. Die Verkehrsbetriebe glauben, dass das mit der Videoüberwachung zusammenhängt. Darum will Innenminister Herrmann sie weiter ausbauen.

Bei Nancy Heine und ihren Kollegen läuft alles zusammen. Sie haben zig Monitore vor sich, jeder zeigt vier Bilder – von Bahnsteigen und Bahnhofshallen, Durchgängen und Geschäftszeilen. Die Leute hetzten, rempeln sich an, stehen in der Gegend rum. 10 bis 20 Mal am Tag greift Heine zum Telefon: Wenn jemand pöbelt, etwas beschädigt oder betrunken am Gleis herumtorkelt. Dann rücken die Kollegen von Polizei und Bahnsicherheit aus und kümmern sich drum.

3-S-Zentrale heißt die Stelle im Münchner Hauptbahnhof, in der Heine arbeitet – die „S“ stehen für „Service, Sicherheit und Sauberkeit“. Hier laufen die Bilder von 242 Kameras ein, die in 150 Bahnhöfen in und um München installiert sind. Dass Fahrgäste sich hier so sicher fühlen, da ist sich die Bahn sicher, hat auch mit den Kameras zu tun.

Die gefühlte scheint auch eine tatsächliche Sicherheit, zumindest den Zahlen nach. Zwar ist die Zahl der Straftaten im öffentlichen Nahverkehr von 2012 auf 2013 um 7,4 Prozent gestiegen, auf 22 790 Fälle. Das, sagt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), liege aber vor allem an der hohen Zahl der Schwarzfahrer. Körperverletzungen und andere „Rohheitsdelikte“ haben dagegen um 1,9 Prozent abgenommen. 2195 Fälle waren es im vergangenen Jahr. Außerdem 2451 Sachbeschädigungen wie Graffitis – 8,7 Prozent weniger als 2012.

Die Videokameras, sagt Herrmann, haben einen großen Anteil an dieser Entwicklung. Dass sie bei der Aufklärung von Straftaten helfen, zeigen Fälle wie die von Mitte August. Ein Fußballfan hatte kurz vor dem Zweitligaspiel zwischen Nürnberg und Fürth einen Feuerlöscher in die Frontscheibe einer U-Bahn geworfen und die 22-jährige Fahrerin verletzt. Durch Videoaufzeichnungen konnte er überführt werden. MVG-Chef Herbert König glaubt zudem, dass die Kameras präventiv wirken. In dem Maße, in dem Busse mit Kameras ausgerüstet wurden, seien die Straftaten zurückgegangen – seit 2003 um 67 Prozent.

Schon jetzt geht die Zahl der Kameras in Bahnhöfen und Verkehrsmitteln in die Tausende. Allein in München sind in 58 S-Bahnhöfen und im Hauptbahnhof 582 Kameras installiert – 40 Bahnhöfe und 353 Kameras mehr als im Vorjahr. In Bayerns S-Bahnen finden sich 4000 Kameras, in DB-Zügen 5000 weitere. Und Herrmann will mehr. Der Hauptbahnhof Nürnberg soll 2015 komplett ausgerüstet werden. Fürth, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt sollen folgen. Über Ausmaß und Kosten gibt es noch keine Informationen.

Mit Kameras allein wird man allerdings nicht alle Probleme in den Griff bekommen. Randalierende Fußballfans werden zunehmend zu einem Problem. „Hier kommt es leider oft zu Zwischenfällen“, sagt Gerd Neubeck, der Leiter der DB-Konzernsicherheit. „Wir leiden sehr unter Vandalismusschäden, Verunreinigungen und Pöbeleien.“ Dagegen helfe nur ein besseres Reisemanagement. Rivalisierende Fangruppen dürften einfach nicht aufeinander treffen. Das, betont er, sei aber Aufgabe aller Bahnbetriebe.

Die Grünen mahnen, sich gerade Fußballspielen oder Großveranstaltungen nicht allzu sehr auf Kameratechnik zu verlassen. „Bei absehbaren Bedrohungen kann letztlich nur erhöhte Polizeipräsenz für Sicherheit sorgen“, erklärte die Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Margarete Bause. Überhaupt bemängelt sie, die Überwachung des öffentlichen Raums greife zu sehr in die Reche der Bürger ein. Allein gegen die Überwachung bekannter Brennpunkte sei nichts zu sagen.

Marcus Mäckler

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