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Hirsche, Rehe und Gamsen fressen Baumtriebe ab.

"Wald vor Wild": Mehr Abschüsse gefordert

München - Waldbesitzer und der Bund Naturschutz nehmen das Rehwild ins Visier. Aus Naturschutzgründen forderten sie am Mittwoch in München mehr Abschüsse.

Der Grund: Rehe, Hirsche und Gamsen fressen zu viele Baumtriebe ab, dadurch können sich empfindliche Baumarten nicht durchsetzen. Klimatechnisch sei der Aufbau von Mischwäldern aber wichtig, sagte Hubert Weiger, Landesvorsitzender des Bund Naturschutz. “Der Waldumbau ist ein Wettlauf mit der Zeit“. Damit der Aufwuchs gelinge, sei es wichtig, dass sich der Bayerische Landesjagdverband seiner Verantwortung für den Wald stelle und die Abschusspläne einhalte.

Der Grundsatz “Wald vor Wild“, der seit 2004 im Waldgesetz festgeschrieben ist, müsse konsequenter durchgesetzt werden, sagte Weiger. Das bedeute nicht, dass Rehwild in bayerischen Wäldern unerwünscht sei, sondern dass die Bestände auf ein waldverträgliches Maß reduziert werden sollten. Die Verbissbelastung sei in vielen Regionen schon seit Jahrzehnten zu hoch und viele Bäume kämen über die Größe eines Bonsai-Bäumchens nicht hinaus. Das habe nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Folgen, sagte Richard Mergner, Landesbeauftragter des Bundes Naturschutz: “Wir haben es hier mit Millionenschäden bei privaten und kommunalen Waldbesitzern zu tun“.

dpa

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