Steffen Henssler hat genug - und schmeißt bei „Schlag den Henssler“ hin

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Tod am Straßenrand: Dieses Schicksal ereilt immer mehr Wildtiere. Rehe sind die häufigsten Opfer bei den Zusammenstößen, die vor allem in der Dämmerung und nachts passieren.

Zahl überfahrener Tiere steigt

Mehr Wildunfälle durch Zeitumstellung

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Der Herbst ist die Zeit der Wildunfälle. Die Umstellung auf die Winterzeit birgt Gefahr für Rehe und andere Tiere.

München – Wildtiere sind von der anstehenden Zeitumstellung nicht betroffen – menschengemachte Uhren kümmern Reh und Wildschwein schließlich nicht. Möchte man meinen – doch Jäger und Tierschützer, die nicht immer gleicher Meinung sind, sehen das anders: Mit dem Beginn der Winterzeit am kommenden Sonntag steigt das Risiko für Wildunfälle deutlich an, warnen der Bayerische Jagdverband (BJV) und der Tierschutzbund Bayern unisono.

Der Grund: Indem die Uhr eine Stunde zurückgestellt wird, fällt der Berufsverkehr morgens wie abends weitgehend mit der Dämmerung zusammen, in der besonders viel Wild auf Nahrungssuche unterwegs ist. Hauptverkehrszeit Mensch trifft auf Hauptverkehrszeit Tier: Zusammenstöße mit Igeln, Mardern, Vögeln, Wildschweinen und vor allem Rehen sind da programmiert.

Das bayerische Innenministerium blickt mit Sorge auf die Zahl der Wildunfälle: 36 448 hat es im ersten Halbjahr 2017 registriert, auch 234 Menschen wurden dabei verletzt. Im Jahr 2016 summierten sich die Wildunfälle auf über 70 000 – Tendenz seit Jahren steigend. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Dass immer mehr Wildtiere überfahren werden, führt der BJV auf die steigende Verkehrsdichte zurück. Die Landschaft – und damit der Lebensraum der Wildtiere – werde zudem von immer mehr Straßen durchschnitten. Das Innenministerium fügt an, dass überhöhte Geschwindigkeit der Autofahrer zu den Hauptursachen für Wildunfälle zähle. Auch habe sich das Freizeitverhalten der Menschen geändert, die das Wild immer öfter aufscheuchten.

BJV-Präsident Jürgen Vocke fordert nun eine „Verantwortungsgemeinschaft, in der jeder einzelne zu einer Reduzierung der Wildunfallzahlen beitragen muss“. Viele Jäger brächten schon auf eigene Kosten Wildwarnreflektoren und sogenannte Duftzäune am Straßenrand an. Einfach mehr Rehe abzuschießen, die an einem Großteil der Unfälle beteiligt sind, halten Tierschützer wie Jäger für den falschen Weg.

Baulich sind Wildunfälle kaum zu verhindern. Laut Innenministerium sind zwar die meisten Autobahnen und autobahnähnlichen Landstraßen mit Wildschutzzäunen gesichert – diese verhinderten zwar Unfälle, aber gleichzeitig auch den natürlichen Wildwechsel. Auf dem Land seien sie zudem wegen vieler Abzweigungen nur begrenzt einsetzbar. Gleiches gelte für teure Grünbrücken und Wildtunnel. Gefragt sind daher vor allem die Autofahrer.

Von Josef Ametsbichler

Checkliste Wildunfall: richtig fahren – richtig reagieren

Speziell bei Fahrten durch Waldstücke und entlang von Feldern oder Hecken kann plötzlich Wild auf die Straße laufen. Autofahrer sollten daher gemächlich und bremsbereit fahren: Bei Geschwindigkeiten von unter 60 Kilometern pro Stunde haben Wildtiere eine bessere Chance zur Flucht. Taucht Wild am Straßenrand auf, kann Hupen helfen, es auf die Gefahr aufmerksam zu machen und zu vertreiben. Das Aufblenden der Scheinwerfer ist kontraproduktiv: Das grelle Licht verwirrt die Tiere und raubt ihnen die Orientierung. Vorsicht: Einem Tier folgen oft noch weitere.

Passiert doch ein Wildunfall, lautet die wichtigste Regel: Ruhe bewahren. Ist ein Zusammenprall nicht mehr zu verhindern, muss das Lenkrad gerade gehalten werden. Keinesfalls sollten Sie unkontrollierte Ausweichmanöver versuchen. Schalten Sie Ihre Warnblinkanlage an, streifen Sie eine Warnweste über und sichern Sie die Unfallstelle mit einem Warndreieck. Selbstschutz geht vor. Verletzte Tiere dürfen keinesfalls angefasst werden, getötete Tiere kann man, möglichst mit Schutzhandschuhen, von der Fahrbahn ziehen, um Folgeunfälle zu vermeiden. Achtung: Wer überfahrene Tiere mitnimmt, macht sich der Wilderei schuldig!

Auch Wild, das nach einer Kollision scheinbar unverletzt weiterläuft, ist meist schwer verletzt und geht jämmerlich zugrunde. Ein Wildunfall ist daher laut Jagdgesetz immer sofort bei der Polizei zu melden – im Zweifel über den Notruf 110. Die Beamten informieren den zuständigen Jagdpächter, der das Tier aufspürt und von seinem Leiden erlöst. Auch Kfz-Versicherungen legen übrigens großen Wert auf die korrekte Meldung eines Wildunfalls.

Quellen: Tierschutzbund, Bayerischer Jagdverband

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