Ex-Zirkus-Geschäftsführer  muss hinter Gitter

Ansbach - Ein ehemaliger Zirkus-Geschäftsführer ist am Freitag vor dem Landgericht Ansbach wegen Betrugs zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden.

Wie ein Gerichtssprecher mitteilte, gab der Angeklagte zu, in 133 Fällen Mitarbeitern den Lohn vorenthalten zu haben. Außerdem gestand er drei Betrügereien sowie eine fahrlässige Tötung nach einem tragischen Arbeitsunfall.

Beim Zeltaufbau waren Absperrgitter von einem Gabelstapler gefallen und hatten einen Mitarbeiter am Kopf getroffen und tödlich verletzt. Der Fahrer hatte keinen Gabelstaplerführerschein; davon hatte der Zirkus-Chef gewusst. Dem Geständnis vorausgegangen war eine Absprache zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung, dem die Große Strafkammer letztlich folgte.

Vor einem Jahr hatte die Polizei bei dem gerade in Nürnberg gastierenden Zirkus eine Razzia durchgeführt und dabei zahlreiche Unterlagen beschlagnahmt. Laut Anklage entstand ein Schaden von rund 750 000 Euro, weil den Artisten und anderen Mitarbeitern der Lohn nicht ausgezahlt und die Sozialbeiträge nicht abgeführt wurden. Hinzu kommen drei Betrugsfälle mit einem Schaden rund 8500 Euro. Er soll unter anderem Druckerei-Rechnungen nicht bezahlt haben.

Der Haftbefehl wurde dem Gerichtssprecher zufolge bis auf weiteres gegen die Zahlung von 50 000 Euro außer Kraft gesetzt. Hintergrund sei eine schwere Erkrankung der Frau des Verurteilten sowie der Wunsch, die Haft an seinem Wohnort in Frankfurt am Main anzutreten, sagte er. Gegen das Urteil könne noch Revision eingelegt werden, was aber nach dem Vergleich unwahrscheinlich sei, fügte der Sprecher hinzu.

dpa

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