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Karin Michalke

Am Montag ausgezeichnet

„Mei, so authentisch“: Dialektpreis-Trägerin Karin Michalke im Interview

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Drehbuchautorin und Schriftstellerin Karin Michalke (41) wurde am Montag mit dem Dialektpreis Bayern geehrt. Für sie gehört der Dialekt zum täglichen Leben – ohne das sie groß darüber nachdenkt.

Gestern Abend wurde in der Münchner Residenz zum ersten Mal der Dialektpreis Bayern verliehen. Das Kultusministerium zeichnete zehn Personen oder Projekte aus allen Bezirken des Freistaats für ihre Verdienste in der Dialektpflege aus. Aus Oberbayern wurde neben Liedermacher Willy Michl auch die Filmemacherin, Drehbuchautorin und Schriftstellerin Karin Michalke (41) geehrt. Für sie gehört der Dialekt zum täglichen Leben – ohne das sie groß darüber nachdenkt.

Frau Michalke, Sie stammen aus dem Landkreis Dachau, waren aber regelmäßig als Sennerin in den Chiemgauer Alpen. Welche neuen bairischen Begriffe haben Sie dort gelernt?

Karin Michalke: Zum Beispiel, was ein „Bitschei“ ist. Eine kleine Kanne nämlich. Hatte ich davor noch nie gehört. Aber gewundert hat mich das nicht, dass dort vieles einen anderen Namen hat. Schließlich gab es schon im Landkreis Dachau, wo ich aufgewachsen bin, von Dorf zu Dorf andere Begriffe für dieselbe Sache.

Wenn Sie schreiben, schreiben Sie auf Hochdeutsch oder auf Bairisch?

Michalke: Bei Drehbüchern schreibe ich zum Beispiel die ganzen Handlungsanweisungen so weit wie möglich auf Hochdeutsch. Die Dialoge mache ich dagegen gerne auf Bairisch. Und dann kämpfe ich, dass ich sie durchbringe. Das ist immer das Problem beim Fernsehen. Zu Bairisch darf es dann oft auch nicht sein.

Aber gerade bei ihrer Filmtrilogie rund um „Beste Zeit“ ist viel Mundart geblieben.

Michalke: Ja, da habe ich mich auch geweigert, das irgendwohin zu verkaufen, wo es geändert wird. Ohne den Dialekt wäre das ganz anders geworden. Das ist wie wenn du jemandem ein anderes Gesicht aufsetzt oder ein Musikstück anders vertonst – da verändert sich das Wesen.

Vor Kurzem sind Sie Mama geworden, der Nachwuchs wird dann wohl auch auf Bairisch erzogen.

Michalke: Ich würde nie extra dafür Hochdeutsch reden. Zu seinem Umfeld ist man, wie man eben ist. Peng! Außerdem leben wir in Tirol, wenn sie in den Kindergarten kommt, kriegt sie sofort den Tiroler Slang mit. Da wird das eher noch erhalten. Aber bei den Kindern meiner Freundinnen merke ich schon, dass etwas verloren geht. Meine beste Freundin hat ein fünfjähriges Mädchen, redet nur Bairisch mit ihr. Und das Kind redet Hochdeutsch. Sie hat zu mir gesagt: „Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich habe einen Vollpreußen“.

Sind Sie schon mal negativ auf Ihren Dialekt angesprochen worden?

In meiner Schulzeit hieß es, wenn du beim Bairisch bleibst, hast du später keine Chance im Beruf. Mir war das immer wurscht. Ich hab’ mir dann nur gedacht: Wie seid’s Ihr denn drauf? Ich habe das eher als Schwäche der anderen empfunden. In der Filmschule hieß es dann plötzlich: Mei, du bist ja so authentisch. Da hab ich mir dann das Gleiche wieder gedacht. Bei den anderen hat man auch ganz genau rausgehört, wenn sie aus Stuttgart kamen – auch wenn sie es verheimlicht haben und gesagt haben: Ich lebe in Berlin.

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