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Zwei Tote und drei Verletzte bei Autounfall in Rosenheim

Anklage gegen zwei Fahrer

Melanie und Ramona starben bei Raser-Unfall - wird ihr Tod nun gesühnt?

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Die ganze Region Samerberg nahm Anteil, als die Freundinnen Melanie (21) und Ramona (15) Anfang Dezember 2016 auf dem Friedhof von Törwang ihre letzte Ruhe fanden. Wird ihr Tod jetzt gesühnt?

Samerberg - Die Kirche konnte die vielen Trauernden damals nicht fassen, der Friedhof war voll mit Menschen, viele weinten, doch viele waren noch immer fassunglos über das Geschehene. Ein Golf-GTI-Fahrer war Tage zuvor bei einem Überholmanöver frontal in den kleinen Nissan Micra der Mädchen gerast. Auf der Miesbacher Straße, südlich von Rosenheim. Nun hat der Staatsanwaltschaft Rosenheim Anklage erhoben. Der 23-jährige Raser aus Ulm muss sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Doch er wird nicht der Einzige sein, der sich für den Tod der Freundinnen verantworten soll.

Auch einen weiteren Mann, in ähnlichem Alter, klagt Oberstaatsanwalt Jürgen Branz an. Es handelt sich um einen BMW-Lenker, der anscheinend den anderen beim Überholen nicht rechtzeitig einscheren lassen wollte. Oberstaatsanwalt Branz sprach gegenüber dem OVB bezüglich des Unfallgeschehens „von einem ganz gravierenden Fehlverhalten“. Und er ging nicht von einem Augenblicksversagen aus. Der Unfall ereignete sich um kurz nach 21 Uhr zwischen Schwaiger Kreisel und der westlich gelegenen sogenannten Panoramakreuzung. Auf dieser Strecke gilt Tempo 70. Melanie fuhr mit ihrer jüngeren Schwester (19) und ihrer Freundin Ramona Richtung Kreuzung. Plötzlich kam ihnen der VW Golf entgegen. Es gab einen fürchterlichen Aufprall, Melanie starb, Ramona erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen. Die 19-Jährige überlebte, wie auch der Fahrer und seine Beifahrerin (40). 

Die Staatsanwaltschaft ist nach Auswertung der Gutachten und nach Zeugenbefragungen zum Ergebnis gekommen, dass der Ulmer den Unfall durch grob fahrlässiges Überholen herbeigeführt hat. Der BMW-Fahrer trug dazu bei. Da vor dem Schöffengericht verhandelt werden soll, droht beiden bis zu vier Jahre Gefängnis. Ein Termin für den Prozess steht noch nicht fest. 

Welches Fehlverhalten den beiden Männern genau vorgeworfen wird und was der Staatsanwalt zur Frage eines illegalen Straßenrennens sagt, lesen Sie auf rosenheim24.de*.

*rosenheim24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks.

ls/mc

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