+
Wegen starker Regenfälle waren bei Salzburg am Mittwochvormittag 27 Menschen mehrere Stunden in einer Höhle eingeschlossen. Erst am Nachmittag kam die Entwarnung.

Touristen vom Wasser eingeschlossen

Höhlen-Drama im Salzburger Land

  • schließen
  • Johannes Welte
    Johannes Welte
    schließen

Salzburg - Wegen starker Regenfälle waren bei Salzburg am Mittwoch 27 Touristen mehrere Stunden in einer Höhle eingeschlossen. Erst am Nachmittag kam die Entwarnung.

Albtraum für 27 Urlauber in Österreich! Nach Starkregen saßen am Mittwoch in der österreichischen Lamprechtshöhle nahe Weißbach bei Lofer Touristen aus Deutschland, Holland und Tschechien mehrere Stunden in der Höhle fest. Das eingedrungene Wasser versperrte den Rückweg. Erst nach drei Stunden kamen sie wieder frei!

Für die meisten Touristen, darunter 22 Deutsche, sollte der Ausflug in die Lamprechtshöhle ein spannender Tag werden. Weltberühmt ist die 38 Kilometer lange Höhle (siehe Stichwort). Wie nervenaufreibend der Ausflug wirklich werden sollte, ahnte am Mittwochvormittag noch keiner. Während die Besucher den 700 Meter für Touristen geöffneten langen Schauteil besichtigten, kam es gegen 13 Uhr bei Lofer zu Starkregen. Dadurch wurden Teile des auf 664 Meter hoch liegenden Zugangsstollens vom Wasser überflutet, bis zu 1,80 Meter hoch stand das Wasser am Eingang. Auf 500 Meter war kein Durchkommen mehr.

Als der Höhlenführer den versperrten Rückweg sah, meldete er sich sofort über ein Bergtelefon bei der Höhlenrettung. Über einen Sprechkontakt konnte so die Gruppe geortet werden. „Alle Besucher sind glücklicherweise wohlauf“, bestätigte Einsatzleiter Helmut Obermair der tz.

Gemeinsam mit bayerischen Rettungskräften wurde beschlossen, das Absinken des Wassers abzuwarten, bevor die Höhle evakuiert werde. Um die Sicherheit aller Besucher zu gewährleisten, schwamm vorsichtshalber aber ein mit Neopren-Anzügen bekleideter Rettungstrupp durch das sechs Grad kalte Wasser zu den Eingeschlossen und brachte Tee. „Dort werden sie beruhigt und die Lage wird abgesichert“, so Obermair.

Als gegen 15 Uhr das Wasser trotz Regens endlich wieder absank, entschieden sich die Höhlenretter für eine Bergung der Eingeschlossenen. Zuallererst wurden die acht Kinder mit ihren Eltern aus der Höhle gebracht. "Um 15.17 Uhr sind die ersten vier heraußen gewesen, und um 15.31 Uhr kam die Bestätigung, dass alle heraußen sind. Es gibt keine Verletzten", sagte ein Mitarbeiter der Rot-Kreuz-Leitstelle Zell am See laut Salzburg24.at zur APA.

Gegen 16 Uhr waren alle Urlauber wieder am Tageslicht. „Sie sind erleichtert, vor allem die Kinder empfanden das Ganze als großes Abenteuer“, erzählte einer der Retter. Nach dem unfreiwilligen Aufenthalt gab’s erstmal Kekse und Tee sowie eine wärmende Decke. „Zum Glück ist alles gut gegangen“, so einer der Retter.

aw/we/mm

27 Touristen aus Höhle bei Salzburg gerettet

27 Touristen aus Höhle bei Salzburg gerettet

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Radlerin missachtet Vorfahrt - Frau stirbt, Auto überschlägt sich
Bei einem schweren Unfall in Zirndorf ist am Mittwoch eine Seniorin ums Leben gekommen. Sie war mit ihrem Fahrrad unterwegs, als sie ein Auto übersah.
Radlerin missachtet Vorfahrt - Frau stirbt, Auto überschlägt sich
Mit ewigem Eis auf Zugspitze kann es schon 2080 zu Ende gehen
Schon 2080 könnte das ewige Eis auf der Zugspitze komplett geschmolzen sein. Das zeigen Berechnungen des Landesamts für Umwelt. Lässt sich das hinauszögern – oder …
Mit ewigem Eis auf Zugspitze kann es schon 2080 zu Ende gehen
Autofahrer wird von Krankenwagen eingeparkt - und fährt ihn weg
Ein Autofahrer ist in Fürth ausgerastet, weil Sanitäter seinen Wagen zugeparkt hatten. Er schnappte sich die Schlüssel und fuhr das Rettungsfahrzeug weg. Dabei beließ er …
Autofahrer wird von Krankenwagen eingeparkt - und fährt ihn weg
Polizei zerschlägt mutmaßlichen Schlepper-Ring
Mehrere Jahre waren die Ermittler der Bande auf der Spur. Nun haben sie 18 Verdächtige festgenommen, die als Schlepper Flüchtlinge nach Europa brachten. 
Polizei zerschlägt mutmaßlichen Schlepper-Ring

Kommentare