Menschenverachtend: Bundespolizei ermittelt gegen Schleuser

Rosenheim/Holzkirchen - Wie schlimm Schleuser mit Menschen umgehen, hat sich den Fahndern von Bundes- und Landespolizei am Montag und Dienstag deutlich gezeigt.

Kinder wurden bei winterlichen Temperaturen mit kurzen Hemden einfach am Straßenrand ausgesetzt. Personen mussten im Kofferraum Platz nehmen, um in übervollen Fahrzeugen illegal nach Deutschland transportiert zu werden.

Die Rosenheimer Bundespolizei ermittelt gegen die Fahrer, die für diese lebensgefährlichen und menschenverachtenden Bedingungen verantwortlich sind. Am Dienstagmorgen beendeten Bundespolizei-Fahnder die Beförderung von sechs ausweislosen Personen in Rosenheim. Bei der Kontrolle der Insassen eines Mini-Vans im Stadtgebiet stellten die Beamten fest, dass sich ein Mann im Fußraum, ein weiterer sogar im Kofferraum des Fahrzeugs befand. Laut Aussagen der Iraker und Iraner habe der rumänische Fahrer sie angewiesen, dort Platz zu nehmen. Die Ermittlungen der Bundespolizei gegen den Rumänen wegen Einschleusens von Ausländern dauern derzeit an.

Bereits in der Nacht von Sonntag auf Montag hielten Schleierfahnder eine Geländelimousine auf der A 8 bei Holzkirchen an. Im Fahrzeug waren insgesamt sieben Personen, wobei die Beamten ein Kind ungesichert auf dem Schoß der 23-jährigen Mutter und ein weiteres Kind im Kofferraum vorfanden. Abgesehen vom indischen Fahrzeugführer konnte sich keiner der Mitfahrer ausweisen. Ersten Ermittlungen zufolge handelt es sich um afghanische beziehungsweise iranische Staatsangehörige, unter ihnen zwei Kinder im Alter von vier und sieben Jahren. Ein Afghane wurde auf richterliche Anordnung hin in Zurückschiebehaft genommen. Die übrigen unerlaubt Eingereisten konnten an eine Münchner Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge weitergeleitet werden. Den "Chauffeur" führten die Bundespolizisten beim Ermittlungsrichter vor. Dieser ordnete die Untersuchungshaft an. Der Inder befindet sich inzwischen in einem Münchner Gefängnis.

Montagnachmittag teilte ein Bürger aus Glonn der Polizei in Holzkirchen mit, dass er im Kreisverkehr zwischen Holzkirchen und Föching zwei Kinder mit völlig durchnässten Kleidern gesehen habe. Die Beamten nahmen die Kinder sogleich in Gewahrsam. Sie waren trotz der kalten Temperaturen am Oberkörper lediglich mit kurzen Hemden bekleidet. Wie die Bundespolizeiinspektion Rosenheim mittels eines kurdisch sprechenden Dolmetschers herausfand, handelt es sich um irakische Minderjährige im Alter von 12 und 13 Jahren. Beide waren nach eigenen Angaben mit der spärlichen Kleidung von ihrem Fahrer ausgesetzt worden. Die Kinder wurden der Obhut des Miesbacher Jugendamts anvertraut. Die Bundespolizei hat gegen den bislang unbekannten Schleuser die Ermittlungen aufgenommen.

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