Ein Meridian-Zug. Foto: dpa

Nach Pannenserie

Meridian: Bahn "in hohem Maße unzufrieden"

München/Rosenheim - Fehlstart, Pannenserie, Bahnchaos – die Betriebsaufnahme des „Meridian“ auf der Strecke München-Rosenheim ist missglückt. Das Unternehmen ist kleinlaut und gelobt Besserung.

Betretene Mienen am Montag bei einem Runden Tisch, zu dem die beiden Rosenheimer Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner und Otto Lederer (CSU) geladen hatten. Andreas Schulz, Leiter der Abteilung Planung bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), machte keinen Hehl daraus, dass die Betriebsaufnahme des Meridian ein Fehlstart war. „Wir sind in hohem Maße unzufrieden“, erklärte er. Zugleich verteidigte Schulz die gängige Ausschreibungspraxis regionaler Schienennetze in Bayern, die die Grünen scharf kritisieren. Nur der Wettbewerb gebe die Möglichkeit, für die Fahrgäste langfristige Verbesserungen herbeizuführen, so Schulz. Auch der vermehrt als zu kurz kritisierte Zeitraum zwischen Auftragsvergabe und Betriebsaufnahme von drei Jahren sei grundsätzlich ausreichend. Nichtsdestotrotz habe die BOB eine erhebliche Strafe („Pönale“) für nicht erbrachte Leistungen zu zahlen (wir berichteten). „Wir bestrafen Ausfälle, Verspätungen, schlechten Service oder, wenn der Zugbegleiter nicht präsent ist“, schlüsselte er auf.

Meridian-Chef Kai Müller-Eberstein machte deutlich, dass das Hauptproblem derzeit die fehlenden Züge seien. Aktuell sind zwar 16 sechsteilige Flirts bereits bei der BOB eingetroffen, aber nur zehn davon sind einsatzbereit. Die restlichen müssen erst nach und nach bestückt und installiert werden. Da so wenige neue Triebfahrzeuge zur Verfügung stehen, sind etliche ausgeliehene Fremdzüge unterwegs. Und diese machen Probleme. Vor allem die City-Shuttles der österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und die Talente der Ostseeland Verkehr (OLA) seien störanfällig, bekannte der Geschäftsführer.

Doch Müller-Eberstein gelobte Besserung. Denn die nächste Bewährungsprobe für den „Meridian“ steht bereits fest. Am Dienstag, 7. Januar, beginnt nach den Feiertagen der Pendlerverkehr. Ein nervenaufreibendes Durcheinander wie am ersten Montag nach dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember – damals lag die Pünktlichkeitsquote bei nur 50 bis 55 Prozent – wünschen sich weder Fahrgäste noch Mitarbeiter. So sollen bis spätestens Ende Januar (am 2. Februar ist ein außertourlicher Fahrplanwechsel) rund 20 sechsteilige Flirts in Betrieb genommen werden. Ende Februar soll die gesamte Flotte von 28 Stück fahrbereit sein.

Doch nicht nur der Fuhrpark macht Probleme: Landrat Josef Neiderhell gab schlechte Noten für deren Störungsmanagement. Kritik gab es vor allem an fehlenden oder verspäteten Durchsagen am Bahnsteig im Fall von Behinderungen, Verspätungen oder Zugausfällen. Müller-Eberstein will hier mit der DB Station und Service reden.

Martin Aerzbäck

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