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Markantes Blau: der neue Meridian.

Neuer Zug im Test

Meridian-Start mit kleinen Pannen

Rosenheim - Ganz reibungslos verlief der Start des „Meridian“ gestern nicht. Doch ihre Feuertaufe haben sieben neue „Flirt“-Züge des „Meridian“ bestanden. Heute steht die nächste Bewährungsprobe an: der Pendlerverkehr an einem Werktag.

Um 6.31 Uhr setzte sich gestern Morgen der erste fahrplanmäßige „Flirt“ am Bahnhof Rosenheim auf Gleis 5 in Bewegung. Im Zug Richtung Kufstein saßen nur eine Handvoll Fahrgäste, mindestens genau so viel Personal – Feuertaufe für die Bayerische Oberlandbahn (BOB) und ihren bereits im Vorfeld in die Schlagzeilen geratenen „Meridian“.

Noch läuft nicht alles rund. Denn: Bisher kann die BOB nur sieben von 35 neuen Triebfahrzeugen einsetzen. Die restlichen werden später in Betrieb gehen, weil sie sich noch in der Überführung beziehungsweise im Zulassungsprozess befinden. Fahrgenehmigungen liegen bis dato nur für Einfach- und Doppel-Traktionen vor, nicht aber für die vor allem für Pendler geplanten Dreifach-Traktionen.

Deshalb fährt das Unternehmen aktuell nach einem Übergangsfahrplan, der Teil eines Ersatzkonzeptes ist (wir berichteten). Neben dem „Flirt“ sind viele verschiedene Zuggattungen zwischen München, Salzburg, Kufstein und Holzkirchen unterwegs, darunter Wagen der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und der Deutschen Bahn (DB). Nach und nach soll das Angebot zum ursprünglich von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft bestellten Umfang vervollständigt werden. „Voraussichtlich zum Ende des ersten Quartals“, prognostizierte gestern BOB-Chef Kai Müller-Eberstein. Er verfolgte am Bahnhof Rosenheim den Betriebsstart. So bekam er auch gleich mit, dass noch nicht alles rund läuft. Beispielsweise macht die Software des „Flirt“ Probleme. Die automatische Ansage der Haltestellen und die Display-Anzeigen in und an den Zügen funktionierten gestern nicht einwandfrei, ebenso die Fahrkarten-Automaten. Wer sich für bestimmte Fahrziele in Österreich interessierte, wurde enttäuscht. Plötzlich streikte der Automat und schaltete sich ab. „Ja, wir haben noch viel zu erledigen“, erklärte BOB-Chef Müller-Eberstein. Trotz gewisser „Kinderkrankheiten“ zeigte er sich aber erleichtert, dass der Start des „Meridian“ mit sieben neuen Zügen ohne Totalausfälle vonstatten gegangen sei. Es gab nur eine größere Störung bis Redaktionsschluss – wegen eines Verkehrsunfalls bei Bad Endorf musste die Strecke kurz gesperrt werden. Ansonsten: Verspätungen im Minutenbereich. „Das Personal braucht ein bisschen Zeit, um ein Gespür zu entwickeln“, erklärte Müller-Eberstein die Fahrplan-Abweichungen.

Deutlich besser frequentiert als die Strecke Rosenheim-Kufstein war gestern die Hauptbahn zwischen München und Salzburg. Am Vormittag war eine „Flirt“-Doppel-Traktion bereits so gut besetzt, dass es nur noch am äußersten Zugende freie Sitzplätze gab. Die Fahrgäste waren angetan vom Zug. „Es riecht alles wunderbar frisch“, sagte ein junger Tiroler. „Kein Vergleich zu den alten Regionalbahnen“, meinte eine Frau aus dem Chiemgau. Kein Verständnis haben viele dafür, dass ausgerechnet die Pendler auf die versprochenen Verbesserungen länger als geplant warten müssen. „Schließlich sind sie ja die treuesten Kunden der Eisenbahn“, sagte ein Mann aus Kufstein.

Von Martin Aerzbäck

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