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Vor dem Start: der neue Meridian-Zug des Herstellers Stadler (Berlin-Pankow).

Meridian-Züge

Ein Start mit Hindernissen

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München - Die Meridian-Züge von München Richtung Salzburg/Kufstein werden holprig starten. Der neue Betreiber Veolia fährt zum Großteil mit Ersatzfahrzeugen vor. Zugesagte Verbesserungen kommen erst später.

Lange schon munkelte man es in der Branche. Jetzt geben auch die Verantwortlichen des Konzerns Veolia, die die Bahnstrecken unter der Marke „Meridian“ ab 15. Dezember von der Deutschen Bahn übernehmen, offiziell zu: Es wird ein Start mit „unangenehmen“, ja „ärgerlichen“ Begleiterscheinungen, wie der Chef von Veolia Verkehr, Dirk Bartels, in München einräumte: Nur ein Teil der benötigten 35 Fahrzeuge stehen bereit. Bartels rechnet mit 20. Noch immer – eine Woche vor Betriebsstart – gibt es keine Zulassung der Züge durch das Eisenbahnbundesamt. „Aber der Zughersteller Stadler hat uns zu verstehen gegeben, dass sie in den nächsten Tagen kommt. Hundertprozentig“, beteuerte der Bahnmanager.

Trotzdem ist Meridian auf ein Ersatzkonzept angewiesen. Bartels skizzierte es wie folgt: Etwa acht bis zehn der neuen Fahrzeuge des Typs Flirt werden sofort eingesetzt, der Rest wird als „Sicherheitsreserve“ entlang der Strecke geparkt. 25 Züge von nicht weniger als zehn verschiedenen Unternehmen aus ganz Deutschland hat Meridian für die nächsten Monate angemietet – ein kunterbunter Wagenmix. Sie erhalten Schilder mit der Aufschrift „Diese Zugfahrt ist ein Angebot von Meridian“, damit die Fahrgäste überhaupt wissen, dass es sich um Ersatz für die gewohnten Regionalzüge handelt. Unter anderem hat Meridian einen Metronom-Zug aus Hamburg beschafft. Gleich sieben Züge des Typs Desiro kommen von der Vogtlandbahn, sie sollen auf der Mangfallstrecke Holzkirchen-Rosenheim verkehren. Die Deutsche Bahn hilft mit drei Wendezug-Garnituren aus, die auf der Hauptstrecke München-Rosenheim-Salzburg fahren sollen.

Der Fahrplan wird im Vergleich zum bestehenden Angebot erst einmal nicht ausgeweitet. Erst am 3. Februar soll nachgebessert werden. Auch die Fahrzeiten bleiben gleich – eine zugesagte Verkürzung etwa zwischen Salzburg und München um zehn Minuten gibt es erst mal nicht. Dafür aber wird es wegen unterschiedlicher Einstiegshöhen der Gebrauchtfahrzeuge Einschränkungen für Rollstuhlfahrer geben. Sie sollten sich am besten einen Tag vor Reisebeginn telefonisch informieren, welcher Zug einrollt – das könne tagesaktuell wechseln, warnte der Veolia-Manager Kai Müller-Eberstein, der den Meridian-Start vor Ort bewerkstelligen soll. Fahrgäste müssen sich zudem generell auf neue Abfahrtszeiten einstellen. Immerhin: Die neuen Fahrpläne sind gedruckt, in den nächsten Tagen werden Meridian-Mitarbeiter sie in den noch fahrenden DB-Zügen verteilen. Auch Fahrkarten-Automaten hat Meridian aufgestellt – sogar am Münchner Hauptbahnhof. Die Fahrkarten lassen auch Kombinationen mit DB-Strecken zu. Wer also beispielsweise von Rosenheim nach Augsburg will, hat künftig die Wahl: Er kann die Fahrkarte bei Meridian oder bei der DB kaufen – zum gleichen Preis.

Nun aber fiebern die 140 Mitarbeiter von Meridian dem Start entgegen – und hoffen, dass Schneefälle den Betriebsstart am 15. Dezember nicht zusätzlich erschweren. Künftig, so räumte auch Johann Niggl, Chef der staatlichen Aufsichtsbehörde „Bayerische Eisenbahngesellschaft“ ein, müsse man das anders machen. „Es ist eigentlich verrückt, im Dezember einen Fahrplanwechsel zu machen.“

Dirk Walter

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