Merk unterstützt Wildtier-Verbot für Zirkusse

München - Der Bundesrat will die Haltung von Wildtieren in Zirkussen verbieten. Bayern Justizministerin Beate Merk unterstützt diese Entscheidung.

Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) unterstützt die Bundesrats-Entscheidung zugunsten eines Verbots von Wildtierenim Zirkus. “Wir müssen auch denen eine Stimme geben, die sich selbst nicht äußern können“, teilte Merk am Freitag mit. Durch die Transporte in vergleichsweise kleinen Anhängern und ein Leben auf engstem Raum würden die Tiere oft krank oder sterben. Einzelgänger müssten sich die Käfige mit Artgenossen teilen und Tiere mit großem Bewegungsdrang könnten diesen nicht ausleben. “Tierschutz darf nicht nur ein Bekenntnis im Grundgesetz sein. Mit dieser Entscheidung kann dem Tierschutz im besseren Maße entsprochen werden als seither.“ Der Bundesrat hatte sich zuvor für ein Verbot von Affen, Elefanten, Bären, Giraffen, Nashörnern und Flusspferden in der Manege ausgesprochen.

Bereits 2003 hatte die Länderkammer einen ähnlichen Vorstoß gemacht. Die Bundesregierung, für die solche Entschließungen nicht bindend sind, kam der Forderung aber nicht nach und verwies auf verfassungsrechtliche Bedenken. Inzwischen schließt das Bundeslandwirtschaftsministerium ein Verbot jedoch nicht mehr aus.

Der Münchner Circus Krone rechnet trotz der Bundesrats-Initiative nicht mit einem Verbot. “Es wird kein Wildtierverbot kommen“, sagte Sprecher Frank Keller. Die Tierhaltung habe sich in den letzten Jahren nicht verschlechtert. “Im Gegenteil: Sie ist besser geworden“, sagte Keller. Zirkusdirektorin Christel Sembach-Krone hatte vor der Entscheidung der Länderkammer vor einem Verbot gewarnt: “Ein Wildtierverbot würde wohl auf Dauer des Ende des klassischen Zirkus bedeuten, wie wir ihn lieben und mögen.“

dpa

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