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Merkur-Redakteur Dirk Walter.

Merkur-Kommentar

Bad Aibling: Die Schuldfrage und der Faktor Mensch

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Bad Aibling - Die Aussage der Staatsanwaltschaft war in dieser Eindeutigkeit doch überraschend: Ein einzelner Mensch also hat offenbar die Zugkatastrophe von Bad Aibling verursacht. Ein Kommentar von Merkur-Redakteur Dirk Walter.

Es war, so schrecklich einfach scheint es nun gewesen zu sein, ein furchtbares Einzelversagen. Nicht die Technik ist ausgefallen, sondern der Faktor Mensch. Aus dieser Katastrophe Folgerungen abzuleiten, fällt sehr schwer. Sicherlich müssen die Arbeitsbedingungen von Fahrdienstleitern und vielleicht des Zugpersonals insgesamt auf den Prüfstand, ist über Dienstzeiten, Ruhephasen und anderes zu reden. Aber darüberhinaus sollte das Zugunglück auch Anlass sein, über die Beschaffenheit eingleisiger Bahnstrecken nachzudenken.

Dafür bietet Bad Aibling genug Anlass: Die Zugkatastrophe wäre nicht passiert, wenn nicht einer der beiden Unglückszüge Verspätung gehabt hätte – was den Fahrdienstleiter vor ein Dilemma stellte. Er musste entweder den verspäteten Zug aufhalten, bis der (pünktliche) Gegenzug vorbei gefahren ist. Dann wäre der verspätete Zug noch unpünktlicher gewesen. Oder aber er hätte den bisher pünktlichen Zug stoppen müssen, bis der verspätete Meridian vorbeigezogen wäre. Dann wären beide Züge unpünktlich gewesen. Der Mann im Stellwerk reagierte falsch: Er hob ein Signal auf und veranlasste, dass beide Züge gleichzeitig losfahren konnten. So ein Fehlverhalten kann man nicht entschuldigen, wohl aber zeigt sich, welche Rolle im Eisenbahnverkehr dem Faktor Mensch zukommen kann. Die Verantwortlichen von Bahn und Politik müssen sich eine einfache Frage gefallen lassen: Kann so ein Unglück wie in Bad Aibling künftig ausgeschlossen werden?

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