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MM-Redakteurin  Carina Zimniok

Merkur-Kommentar

Aus Fehlern lernen - Ursachen für Hochwasser bekämpfen

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Die Flut hat die Menschen in den Hochwassergebieten hart getroffen, schnelle unbürokratische Hilfe ist jetzt enorm wichtig - aber auch Ursachenforschung. Ein Kommentar von Merkur-Redakteurin Carina Zimniok.

Die Flut hat den Menschen in den Hochwassergebieten alles genommen, in erbarmungslos kurzer Zeit. Nicht nur ihre Wohnungen, Häuser und Läden sind verloren. Auch Erinnerungsstücke, die kein Hilfsfonds der Welt zurückbringt, sind für immer weg. Und manche Familien trauern sogar um ihre Angehörigen.

Schnelle, unbürokratische Hilfe für die Opfer ist jetzt wichtig – und sobald jeder wieder ein Dach über dem Kopf hat, muss Ursachenforschung betrieben werden. Es hat sicher auch schon vor dem Zeitalter der Industrialisierung Fluten gegeben, nicht an jedem zerstörerischen Naturphänomen ist der Mensch schuld. Was Überschwemmungen entlang der großen Flüsse angeht, hat die Politik ihre Fehler aus der Vergangenheit schon eingesehen. Es wird viel Geld in Hochwasserschutz gesteckt, fatale Begradigungen durch Flussbette aus Beton werden zum Teil rückgängig gemacht. Aber der furchterregend schnell fortschreitende Flächenverbrauch in Bayern und damit auch die Versiegelung verstärkt den Druck auf Bäche und kleine Wasserläufe – wie rasant ein steigender Pegel zu einer zerstörerischen Flutwelle werden kann, hat sich jetzt gezeigt. Wenn Mechanismen wie Auenwälder oder Sumpfwiesen, mit denen die Natur sich selbst hilft, gar nicht erst kaputt gemacht werden, braucht es hinterher keine teuren Rettungspakete.

Das einzig Tröstliche an diesem Drama ist der Zusammenhalt der Bürger: Die vielen Freiwilligen, Ehrenamtlichen und die Hilfsorganisationen sind eine unverzichtbare Stütze im Chaos, wieder einmal. Das darf nicht vergessen werden, auch wenn die Katastrophe irgendwann überstanden ist. Die nächste kommt bestimmt – und darauf muss Bayern gut vorbereitet sein.

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